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NEWSDESK · 30.06.2026

Große Quallen an den Stränden von Arcachon: Was hinter der aktuellen Häufung steckt

Arcachon – 30.06.2026: Entlang der Strände des Bassin d'Arcachon melden Rettungsschwimmer und Besucher seit einigen Tagen vermehrt große Quallen, manche mit annähernd einem Meter Durchmesser. Die ungewohnten Sichtungen sorgen bei Badegästen für Verunsicherung, doch Meeresbiologen betonen, dass die beobachteten Arten in der Regel nur leichte bis mäßige Hautreizungen verursachen. Lebensgefährliche Situationen sind nach derzeitigem Kenntnisstand selten.

Nach Angaben von Fachleuten handelt es sich überwiegend um Vertreter der Rhizostomen, darunter die im Atlantik verbreitete Lungenqualle (Rhizostoma pulmo). Diese Arten besitzen keine langen, frei schwebenden Tentakel, sondern fleischige, fransenartige Anhänge, deren Nesselzellen vergleichsweise schwach wirken. Sichtungen häufen sich vor allem im flachen Küstenwasser und an bei Ebbe freifallenden Uferzonen, wo Tiere durch Wind und Dünung stranden.

Als Ursachen nennen Forschende mehrere sich überlagernde Faktoren: saisonal starke und wechselnde Strömungen, die Tiere aus dem offenen Meer in Buchten treiben; eine frühe Erwärmung der oberen Wasserschichten, die das Wachstum von Quallenlarven und ihre Nahrung – Plankton – begünstigt; sowie natürliche Populationszyklen. In Jahren mit günstigen Umweltbedingungen können Quallenbestände punktuell sprunghaft zunehmen. Solche Episoden sind aus verschiedenen Abschnitten der französischen Atlantikküste bekannt und wiederholen sich ohne zwingend auf eine neue Bedrohung hinzuweisen.

Die Präfektur und kommunale Dienste beobachten die Lage. Flächendeckende Badeverbote gibt es nicht, allerdings raten Strandwachen zu Umsicht. Hinweise an den Zugängen informieren darüber, Sichtungen zu melden und angeschwemmte Tiere nicht zu berühren. Einige Gemeinden dokumentieren Funde, um Jalousien von Strömungen und saisonalen Mustern besser zu verstehen und die Besucherführung – etwa Lage von überwachten Badestellen – bei Bedarf anzupassen.

Für Strandbesucher gilt: Kontakt möglichst vermeiden, betroffene Hautstellen mit Meerwasser spülen, nicht reiben, und bei stärkeren Reaktionen medizinischen Rat einholen. Hausmittel wie Essig sind bei Atlantikarten nicht generell empfohlen; im Zweifel an die Rettungsschwimmer wenden. Personen mit bekannten Allergien sollten besonders vorsichtig sein und Kinder im Flachwasser nicht unbeaufsichtigt lassen.

Meeresbiologische Netzwerke und Bürgerprojekte sammeln derzeit Meldungen aus Arcachon und benachbarten Abschnitten der Gironde. Die laufende Datenerhebung soll helfen, Häufigkeit, Artenzusammensetzung und Wanderbewegungen besser einzuordnen. Fachleute verweisen darauf, dass langfristige Entwicklungen – etwa wärmere Sommer, veränderte Nahrungsnetze oder schwankende Räuberbestände – die Intensität solcher Phasen beeinflussen können. Aussagen über Trends erfordern jedoch mehrjährige Beobachtungen, weshalb die regionale Erfassung in der Saison fortgesetzt wird.

Quellen

  • franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Parisien
  • Figaro Nautisme
  • Opération Méduses / Mer et Littoral