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NEWSDESK · 23.06.2026

Große Supermarktketten starten Kampagne zum Schutz der Kaufkraft der Verbraucher

Paris – 23.06.2026: Die führenden französischen Supermarktketten E. Leclerc, Carrefour, Intermarché, Coopérative U, Auchan sowie die Fédération du commerce et de la distribution (FCD) haben am 22. Juni 2026 eine gemeinsame Kommunikationskampagne ins Leben gerufen. Diese Initiative soll die Bedeutung ihrer Verhandlungen mit der Industrie für den Schutz der Kaufkraft der Verbraucher verdeutlichen.

Im Rahmen der Kampagne werden zwölf ausgewählte Konsumgüter präsentiert, darunter bekannte Marken wie Coca-Cola, Carte Noire Kaffee, Nutella und Petit Écolier von Lu. Dabei werden die Preise der Produkte vor und nach den Verhandlungen mit den Herstellern gegenübergestellt. Zum Beispiel konnte der Preis für einen bestimmten Warenkorb von 71,49 Euro auf 52,12 Euro gesenkt werden, was einer Ersparnis von knapp 37 % entspricht. Ohne diese Verhandlungen wären die Preise deutlich höher, betonen die Supermärkte.

Die jährlichen Preisverhandlungen finden zwischen dem 1. Dezember und dem 1. März statt und sind für die Preisgestaltung der Produkte entscheidend. Die Supermarktketten warnen vor den Folgen gesetzlicher Einschränkungen ihrer Verhandlungsmacht, die in einem Entwurf zum Landwirtschaftsnotstandsgesetz vorgesehen sind. Diese Änderungen verlangen unter anderem, dass bestimmte Praktiken schriftlich begründet werden müssen, was die Flexibilität der Handelsketten einschränkt.

Thierry Cotillard, Geschäftsführer von Intermarché, bezeichnet die Reduzierung von Bestellungen als eines der letzten Mittel, um in den Preisverhandlungen Druck auszuüben. Er sieht die Gefahr, dass neue Vorschriften die Verhandlungen erschweren und letztlich zu höheren Preisen für Verbraucher führen könnten.

Diese Kampagne startet vor dem Hintergrund steigender Lebensmittelpreise in Frankreich. Branchenberichte prognostizieren, dass die Preise im September 2026 aufgrund gestiegener Transportkosten und verteuerter Kunststoffpreise weiter steigen werden. Die Supermarktketten wollen ihre Verhandlungsposition stärken, um Preissteigerungen zu dämpfen und die Verbraucher zu entlasten.

Gleichzeitig steht die Branche unter Kritik vonseiten der Industrie. Die Association nationale des industries alimentaires (Ania) wirft der großen Distribution vor, durch zu starken Preisdruck dem französischen Industriesektor zu schaden. Jean-François Loiseau, Präsident der Ania, fordert eine stärkere Regulierung und Kontrolle der Verhandlungen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Interessen der Supermärkte und der Lebensmittelindustrie zu gewährleisten und die Qualität der Produkte zu sichern.

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht die komplexen Beziehungen zwischen Supermärkten, Industrie und Verbrauchern in Frankreich. Während die Handelsketten ihre Rolle als Verteidiger der Kaufkraft betonen, gilt es zugleich, faire Rahmenbedingungen für die gesamte Branche zu schaffen, um die langfristige Stabilität der Lebensmittelversorgung sicherzustellen.

In den kommenden Monaten werden die Auswirkungen der laufenden Verhandlungen auf Preise und Produktqualität besonders genau beobachtet werden. Die Kampagne setzt den Fokus darauf, die Verbraucher für die Herausforderungen hinter den Kulissen des Lebensmittelhandels zu sensibilisieren und den Dialog zwischen Handel und Industrie zu fördern.

Quellen

  • AFP
  • Fédération du commerce et de la distribution
  • Intermarché
  • Carrefour
  • E. Leclerc
  • Coopérative U
  • Auchan