Digne-les-Bains – 02.06.2026: Guillaume Bucci, ein 51-jähriger ehemaliger Bankdirektor, wurde am 23. Mai 2026 von der Strafkammer in Digne-les-Bains zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Dem Urteil liegt der Vorwurf zugrunde, dass Bucci seine Ex-Partnerin Laëtitia R. über einen Zeitraum von sieben Jahren systematisch misshandelt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen hatte. Bucci gab bekannt, gegen das Urteil keine Berufung einzulegen, sodass es nun rechtskräftig ist.
Laëtitia R., 42 Jahre alt und Mutter von vier Kindern, berichtete vor Gericht, dass Bucci sie neben körperlicher Gewalt auch psychologisch manipuliert habe. Er setzte sie mit wiederholten Todesdrohungen unter Druck, um sie zur Prostitution zu zwingen. Im Verlauf der jahrelangen Misshandlung musste sie mit fast 500 Männern sexuelle Handlungen gegen ihren Willen vollziehen. Sie führte über die erzwungenen Übergriffe ein detailliertes Protokoll, das vor Gericht als Beweismittel diente.
Die Staatsanwaltschaft hob in ihren Schlussplädoyers die Schwere und Dauer der Taten hervor und forderte eine lange Haftstrafe. Die Verteidigung argumentierte, Bucci leide unter psychischen Erkrankungen und müsse milder bestraft werden. Das Gericht folgte diesen Argumenten nicht und verhängte die Höchststrafe von 25 Jahren Freiheitsentzug.
Der Fall Bucci hat in Frankreich breite Aufmerksamkeit erregt und eine öffentlich geführte Debatte über den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt und sexueller Ausbeutung ausgelöst. Die deutliche Verurteilung soll ein Signal sein, dass derartige Verbrechen streng geahndet werden und Täter zur Verantwortung gezogen werden.
Laëtitia R. engagiert sich seit langem öffentlich, um das Schweigen der Opfer zu brechen. Sie appelliert an Betroffene, sich ebenfalls zu melden und Hilfe zu suchen, um Gewalt erfahrbar zu machen und Prävention zu stärken.
Die Plattformen für den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt und für Beratung bei sexueller Ausbeutung sehen in dem Urteil eine Bestätigung ihres Einsatzes. Staatliche Stellen sind gefordert, bestehende Schutzmechanismen weiter auszubauen und die Strafverfolgung aggressiv voranzutreiben.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, präventive Maßnahmen sowie Sensibilisierung in der Gesellschaft zu intensivieren. Die französische Justiz steht dabei vor der Aufgabe, Täter konsequent zu bestrafen und Opfer nachhaltig zu schützen, um das Vertrauen in den Rechtsstaat zu sichern.
Buccis Verzicht auf Berufung beschleunigt die Vollstreckung der Haftstrafe, die als deutliches Signal gegen häusliche Gewalt und sexuelle Ausbeutung gewertet wird. Die Gesellschaft muss weiterhin Schritte unternehmen, um solche Verbrechen künftig zu verhindern, Opfer besser zu unterstützen und Täter wirksam abzuschrecken.
Quellen
- Franceinfo