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NEWSDESK · 09.06.2026

HCAAM warnt vor dramatischer Zunahme der Arzthonorare bis 2040

Paris – 09.06.2026: Der Haut Conseil pour l'avenir de l'Assurance Maladie (HCAAM) hat in einem aktuellen Bericht vor einer stark steigenden Zahl von Fachärzten gewarnt, die zusätzliche Honorare verlangen. Nach den Prognosen könnten bis zum Jahr 2040 bis zu 90 % der Spezialisten solche zusätzlichen Gebühren erheben, was zu einer erheblichen Verteuerung der Krankenversorgung führen würde.

Im Jahr 2024 beliefen sich die zusätzlichen Honorare der Fachärzte bereits auf rund 4,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einer jährlichen Steigerung von etwa 5 Prozent seit 2019. Hauptursache ist der zunehmende Anteil der Ärzte, die im sogenannten Sektor 2 praktizieren. Diese Fachärzte dürfen über die von der gesetzlichen Krankenversicherung festgelegten Tarife hinaus variieren und höhere Honorare verlangen. Waren es noch 37 Prozent im Jahr 2000, arbeiten inzwischen 56 Prozent der Fachärzte im Sektor 2. Unter den neu niedergelassenen Fachärzten sind sogar drei Viertel in diesem Sektor tätig – 2017 waren es noch zwei Drittel.

Die finanziellen Folgen für die Patienten sind erheblich. Die zusätzlichen Honorare machen einen wichtigen Teil des Einkommens bestimmter Fachärzte aus, können aber auch die Eigenbeteiligung der Patienten deutlich erhöhen. Ein konkretes Beispiel: Für eine Hüftprothesenoperation zahlen Patienten im Durchschnitt 630 Euro an Zusatzkosten, wobei in zehn Prozent der Fälle die zusätzlichen Gebühren sogar über 1.000 Euro liegen. Insgesamt machen diese Ausgaben etwa 14 Prozent der gesamten Eigenbeteiligung der Patienten nach Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung aus.

Der HCAAM betont, dass sich die Entwicklung ohne geeignete Gegenmaßnahmen fortsetzen könnte und langfristig die Ungleichheiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung verschärft werden. Dies würde besonders Patienten mit geringeren Einkommen hart treffen.

Deshalb fordert der HCAAM von den zuständigen Gesundheitsbehörden umgehend strengere Regulierungen des Sektors 2 sowie wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Zusatzhonorare. Eine frühzeitige Intervention soll verhindern, dass sich die finanzielle Belastung der Versicherten weiter ausweitet und das Gesundheitssystem unter dieser Entwicklung leidet.

Schon in einem Bericht von 2025 hatte der HCAAM vor einer „außer Kontrolle“ geratenen Honorardynamik gewarnt. Die zusätzlichen Honorare waren damals auf 4,5 Milliarden Euro angestiegen.

Die nun veröffentlichten Zahlen und Prognosen erhöhen den Druck auf Politik und Gesundheitsinstitutionen, wirksame Lösungen zu finden. Wie die Regierung und die Krankenkassen darauf reagieren und welche Maßnahmen umgesetzt werden, um die Zusatzkosten für Patienten zu begrenzen, bleibt abzuwarten.

Insgesamt zeigt der Bericht des HCAAM eine ernstzunehmende Herausforderung für das französische Gesundheitssystem auf, die eine frühzeitige und konsequente Regulierung erfordert, um eine bezahlbare und gerechte medizinische Versorgung sicherzustellen.