Zurück

NEWSDESK · 16.07.2026

Heftige Gewitter setzen Teile der Sarthe unter Wasser

La Fleche – 16.07.2026: Heftige Gewitter haben am Mittwochabend den Westen Frankreichs getroffen und besonders im Departement Sarthe erhebliche Schaeden verursacht. Nach bisherigen Bilanzen waren mehr als 50 Gemeinden von zahlreichen Blitzeinschlaegen betroffen. Schwerpunkt des Unwetters war der Sueden des Departements rund um La Fleche. Starkregen setzte Strassen und tiefer liegende Bereiche rasch unter Wasser, mehrere Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen.

In Villaines-sous-Malicorne wurden innerhalb einer Stunde bis zu 75 Millimeter Niederschlag gemessen, insgesamt fielen dort 82 Millimeter. Die aussergewoehnlich hohe Regenmenge fuehrte zu starkem Oberflaechenabfluss und lokalen Ueberschwemmungen. Solche Regenmengen koennen innerhalb kurzer Zeit Keller, Zufahrten und kleine Verkehrswege ueberfluten, auch wenn groessere Fluesse nicht unmittelbar über die Ufer treten.

Der Feuerwehrdienst SDIS 72 registrierte mehr als 150 Einsätze. Die Einsatzkraefte rückten unter anderem wegen ueberfluteter Gebäude, umgestuerzter Baeume und wetterbedingter Schaeden aus. In La Fleche wurden in mehreren Stadtvierteln Baeume durch Windboeen beschädigt oder entwurzelt. Verletzt wurde nach den zunächst veroeffentlichten Informationen niemand.

Zeitweise waren im Departement bis zu 17.000 Haushalte ohne Strom. Die Ausfaelle folgten auf Blitzeinschlaege und Schaeden am Netz während der Gewitterfront. Die Wiederherstellung der Versorgung lief am Donnerstag weiter. Für betroffene Haushalte bedeuteten die Ausfaelle zusätzliche Belastungen, da auch Kommunikationsmittel, Beleuchtung und elektrische Geräte zeitweise nicht genutzt werden konnten.

Die Gewitter entstanden in einer Wetterlage mit sehr warmer Luft in Bodennähe und kuehlerer Luft in hoeheren Schichten. Dieser Kontrast beguenstigte die rasche Bildung teils sehr energiereicher Gewitterzellen. Landesweit wurden am 15. Juli mehr als 12.000 Blitzeinschlaege registriert. Neben den Pays de la Loire waren auch Teile der Auvergne-Rhone-Alpes von schweren Gewittern betroffen.

Am Donnerstag bestand in mehreren Regionen Frankreichs weiter ein Gewitterrisiko. Behörden rieten dazu, Aufenthalte im Freien bei aufziehenden Gewittern zu vermeiden, Fahrzeuge nicht unter Baeumen abzustellen und ueberflutete Strassen nicht zu befahren. Besonders auf Campingplaetzen, bei Veranstaltungen im Freien und in Waldgebieten kann die Gefahr durch Windboeen, herabfallende Aeste und Blitzschlag rasch steigen.

Die Unwetter in der Sarthe treffen eine Region, die in den vergangenen Wochen zugleich von Trockenheit und hohen Temperaturen betroffen war. Starkregen nach langer Hitze kann lokal besonders schnell abfliessen, weil ausgetrocknete Boeden Wasser schlechter aufnehmen. Für die Gemeinden stehen nun neben der Schadensaufnahme die Sicherung gefaehrdeter Bereiche und die Wiederherstellung der normalen Versorgung im Vordergrund.

Quellen

  • Meteo Consult: Bilanz der schweren Gewitter vom 15. Juli 2026
  • Ouest-France: Blitzeinschlaege und Schaeden in mehr als 50 Gemeinden der Sarthe
  • Staatliche Dienste im Departement Allier: amtliche Gewitterwarnung vom 16. Juli 2026