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NEWSDESK · 17.07.2026

Hitze und Trockenheit drücken Frankreichs Weizenernte 2026

Paris – 17.07.2026: Frankreich erwartet für die Weichweizenernte 2026 rund 32 Millionen Tonnen. Das geht aus der am 15. Juli veröffentlichten ersten Schätzung des Statistikdienstes Agreste im Landwirtschaftsministerium hervor. Gegenüber 2025 entspräche dies einem Rückgang von vier Prozent. Ausschlaggebend sind niedrigere Hektarerträge, nachdem Hitze und Wassermangel die Bestände in einer entscheidenden Wachstumsphase belastet haben.

Der durchschnittliche Ertrag bei Weichweizen wird derzeit auf 69,3 Dezitonnen je Hektar geschätzt. Das sind fast fünf Dezitonnen weniger als 2025 und zum vierten Mal seit 2017 weniger als 70 Dezitonnen je Hektar. Eine größere Anbaufläche konnte den Rückgang daher nicht ausgleichen. Die Zahlen bleiben eine frühe Prognose und können sich mit dem Abschluss der Erntearbeiten noch verändern.

Die Ernte verlief in vielen Landesteilen ungewöhnlich früh und schnell. Nach Angaben von Météo-France trockneten die Böden seit Ende Mai wegen fehlender nennenswerter Niederschläge und außergewöhnlich hoher Temperaturen zunehmend aus. Am 15. Juli lag die Bodenfeuchte landesweit auf einem für diesen frühen Zeitpunkt des Sommers außergewöhnlich niedrigen Niveau. Besonders betroffen waren ein großer Teil des Südwestens sowie Gebiete von den Nordalpen bis ins Elsass.

Für die Kulturen war die Belastung regional sehr unterschiedlich. Die regionale Landwirtschaftsbehörde in Bourgogne-Franche-Comté hatte bereits im Juni darauf hingewiesen, dass Weichweizen und Sommergerste während der Kornfüllung besonders empfindlich auf die Hitze reagierten. Dort wurden je nach Standort Erträge erwartet, die zehn bis 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegen könnten.

Auch in den Hauts-de-France, einer wichtigen Getreideregion, verweisen die Behörden auf starke Unterschiede zwischen den Parzellen. Das regionale Fachgremium setzte die vorläufige mittlere Weizenerwartung Anfang Juli auf 85 Dezitonnen je Hektar. Zugleich betonte es, dass Saattermine, Böden, Wasserversorgung und die hohen Temperaturen am Ende des Pflanzenzyklus die Ergebnisse noch deutlich beeinflussen können.

Neben Weichweizen rechnen die Fachleute auch bei weiteren Kulturen mit Rückgängen. Die französische Hartweizenernte wird nach den derzeitigen Angaben auf 1,087 Millionen Tonnen geschätzt, 16 Prozent weniger als 2025. Bei Sommergerste wird ebenfalls ein deutlicher Einbruch erwartet. Wintergerste dürfte dagegen dank besserer Widerstandsfähigkeit in vielen Gebieten höhere Mengen liefern.

Das Landwirtschaftsministerium hatte angesichts der außergewöhnlich frühen und intensiven Hitze bereits Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe angekündigt. Dazu zählen Erleichterungen bei der Nutzung bestimmter Brachflächen als Futterressource und die Verschiebung geplanter Betriebskontrollen in besonders betroffenen Départements. Für die Getreidebetriebe bleibt nun entscheidend, wie Ertrag und Qualität der letzten geernteten Flächen ausfallen.

Quellen

  • Agreste, Statistikdienst des französischen Landwirtschaftsministeriums
  • Météo-France
  • Regionale Landwirtschaftsbehörde Bourgogne-Franche-Comté
  • Regionale Landwirtschaftsbehörde Hauts-de-France
  • Französisches Landwirtschaftsministerium