Frankreich erlebt weiterhin eine außergewöhnlich intensive Hitzewelle. Nach Angaben der Behörden stehen derzeit rund 26 Millionen Menschen unter der höchsten Warnstufe Rot. In zahlreichen Regionen klettern die Temperaturen erneut auf 38 bis über 40 Grad, während auch die Nächte vielerorts kaum Abkühlung bringen. Erst ab Donnerstag rechnen Meteorologen mit einer deutlichen Wetteränderung und einem allmählichen Ende der extremen Hitze.
Besonders betroffen sind große Teile der Île-de-France, des Rhônetals, der Bourgogne, der Auvergne sowie zahlreiche Départements im Osten und in der Landesmitte. Die Kombination aus sengender Sonne, ausgetrockneten Böden und tropischen Nächten belastet die Bevölkerung zunehmend. Vor allem ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke und Personen, die im Freien arbeiten, gelten als besonders gefährdet.
Die Behörden haben ihre Schutzmaßnahmen weiter ausgeweitet. Kühlräume in öffentlichen Gebäuden bleiben geöffnet, Gesundheitsdienste und Hilfsorganisationen verstärken ihre Einsätze, und vielerorts gelten Einschränkungen für körperlich anstrengende Arbeiten im Freien. Auch Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser stehen weiterhin unter erhöhter Beobachtung.
Die anhaltende Trockenheit verschärft zugleich die Waldbrandgefahr erheblich. Besonders in Süd- und Zentralfrankreich, aber inzwischen auch in Regionen nördlich der Loire, warnen die Behörden vor einem extrem hohen Risiko neuer Vegetationsbrände. Die großflächigen Feuer in der Region Fontainebleau haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Brände unter den aktuellen Wetterbedingungen ausbreiten können.
Für viele Städte bedeuten die außergewöhnlich warmen Nächte eine zusätzliche Belastung. In dicht bebauten Ballungsräumen speichern Asphalt und Gebäude die Hitze, sodass die Temperaturen selbst in den frühen Morgenstunden häufig nicht unter 24 bis 26 Grad sinken. Experten weisen darauf hin, dass gerade diese fehlende nächtliche Erholung das Risiko für hitzebedingte Erkrankungen deutlich erhöht.
Nach den aktuellen Prognosen soll sich die Wetterlage ab Donnerstag langsam entspannen. Eine atlantische Störung bringt kühlere Luftmassen nach Frankreich und sorgt in vielen Landesteilen für einen spürbaren Temperaturrückgang. Je nach Region werden Höchstwerte dann nur noch zwischen 26 und 32 Grad erwartet. Lokal sind zudem Gewitter möglich, die jedoch aufgrund der ausgetrockneten Böden auch von Sturmböen und Starkregen begleitet sein können.
Bis dahin raten die Behörden weiterhin zu besonderer Vorsicht. Empfohlen werden ausreichendes Trinken, der Aufenthalt in möglichst kühlen Räumen sowie das Meiden körperlicher Anstrengungen während der heißesten Stunden des Tages. Gleichzeitig appellieren sie an die Bevölkerung, besonders auf alleinlebende ältere Menschen und andere gefährdete Personen zu achten.
Nach mehreren Tagen extremer Temperaturen scheint das Ende der Hitzewelle nun zwar in Sicht. Bis die kühlere Luft tatsächlich alle Regionen erreicht, bleibt die Lage jedoch angespannt – sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch für die Einsatzkräfte, die weiterhin gegen die Folgen der außergewöhnlichen Wetterlage kämpfen.