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Jean-Paul Huber · 06.07.2026

Innenminister Nuñez: Waldbrandsaison deutlich heftiger – Lage in den Pyrénées-Orientales weiter angespannt

Perpignan – 06.07.2026: Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat am Montag eine ernste Zwischenbilanz der laufenden Waldbrandsaison gezogen. Seit Saisonbeginn seien bereits mehr als 11.000 Hektar Land verbrannt, gegenüber rund 5.700 Hektar im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. Die Bedingungen hätten sich am Morgen erneut verschlechtert, sagte der Minister und verwies auf starke Winde, Hitze und ausgetrocknete Vegetation, die die Arbeit der Einsatzkräfte erschweren.

Besonders betroffen ist das Département Pyrénées-Orientales, wo seit dem Wochenende mehrere Großbrände wüten. Die Präfektur meldet Evakuierungen in betroffenen Gemeinden und weitreichende Sperrungen, um Zivilisten zu schützen und Einsatzwege freizuhalten. Die Tramontane – ein trockener Nordwestwind – facht die Flammen an und lässt Feuerfronten rasch voranschreiten. Laut örtlichen Stellen sind mehrere tausend Hektar im Département in Mitleidenschaft gezogen, einige Brandherde gelten weiterhin als nicht vollständig gesichert.

Präfekt Pierre Regnault de la Mothe koordiniert die Maßnahmen vor Ort. Öffentliche Zugänge zu Wald- und Buschflächen wurden geschlossen, Zufahrten kontrolliert. Aus Sicherheitsgründen wurden entlang der Route der Tour de France im Département Abschnitte für Zuschauer eingeschränkt, um Rettungskorridore zu garantieren. Die Sécurité civile ist mit Canadair-Löschflugzeugen, Dash-Maschinen und Helikoptern im Dauereinsatz; unterstützt werden sie von hunderten Feuerwehrleuten und Gendarmen, die aus mehreren Regionen herangeführt wurden.

Nuñez betonte, die nationale Strategie zur Brandbekämpfung sei vollständig aktiviert: starke Präventionsarbeit, schnelle Bodenkräfte, Luftunterstützung und überregionale Verstärkung. Er verwies zugleich auf eine schwierige Vorsaison mit früher, anhaltender Trockenheit – ein Muster, das den ohnehin klimatisch exponierten Südwesten zusätzlich belastet. Fachleute warnen seit Jahren, dass längere Hitzephasen, geringere Bodenfeuchte und häufigere Starkwinde das Brandrisiko erhöhen und die Einsatzfenster verkürzen.

Aus den Regionen kommen politische Forderungen nach zusätzlicher Ausstattung und dauerhaftem Personalaufbau. Diskutiert werden mehr Mittel für Wasserentnahmestellen, Brandschneisen, Waldpflege sowie eine engere Verzahnung von Forstverwaltung, Gemeinden und Zivilschutz. Auch Raumordnung und Bebauungsplanung rücken in den Fokus, etwa durch Mindestabstände zwischen Siedlungen und Risikoflächen oder durch besser gesicherte Evakuierungsrouten.

Kurzfristig bleibt die Lage angespannt: Météo-France rechnet in Teilen des Südens mit anhaltend hohen Temperaturen und weiteren kräftigen Winden. Die Einsatzleitungen halten an Evakuierungen und Sperrzonen fest, bis Brandnester lokalisiert und Ränder ausgeräumt sind. Die Behörden rufen Bevölkerung und Urlauber auf, Zufahrten freizuhalten, offene Flammen strikt zu meiden und Verdachtsfälle sofort zu melden.

Quellen

  • franceinfo
  • Préfecture des Pyrénées-Orientales
  • Ministère de l'Intérieur
  • TF1 Info
  • La Dépêche