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NEWSDESK · 12.07.2026

Iran und USA widersprechen sich nach neuen Angriffen über Ende der Waffenruhe

Teheran – 11.07.2026: Iran und die Vereinigten Staaten bewerten den Zustand ihrer Waffenruhe nach neuen militärischen Angriffen grundlegend unterschiedlich. Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Samstag, Teheran habe seine Verpflichtungen bislang eingehalten. US-Präsident Donald Trump hielt dagegen an seiner Aussage fest, die Feuerpause sei beendet. Beide Seiten signalisierten zugleich, dass Kontakte über eine diplomatische Lösung nicht vollständig abgebrochen sind.

Die Auseinandersetzungen zwischen iranischen und amerikanischen Streitkräften waren am Dienstag erneut aufgeflammt. Nach übereinstimmenden Berichten handelte es sich bei den seither ausgetauschten Angriffen um die schwersten seit dem Protokoll vom 17. Juni. Dieses sollte einen dauerhaften Ausweg aus dem Krieg eröffnen, der nach einem israelisch-amerikanischen Angriff auf Iran am 28. Februar begonnen hatte.

Trump erklärte am Freitag, Washington habe einer Fortsetzung von Gesprächen zugestimmt, betrachte die Waffenruhe aber als beendet. Er verband dies mit dem Vorwurf, Teheran habe die weitere Kommunikation angestoßen. Das iranische Außenministerium wies diese Darstellung zurück. Ein Sprecher erklärte, Iran habe keine entsprechende Bitte an die Vereinigten Staaten gerichtet.

Araghchi wollte am Samstag in Oman über die Straße von Hormus sprechen. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist ein zentraler Streitpunkt, weil sie für die Energieversorgung und den internationalen Handel von großer Bedeutung ist. Teheran erlaubt nach den jüngsten Spannungen nur noch einen von der iranischen Küste aus kontrollierten Schifffahrtskorridor und lehnt eine Rückkehr zu den früheren Durchfahrtsregeln ab.

Die Vereinigten Staaten hatten Iran für Angriffe auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus verantwortlich gemacht und daraufhin an zwei aufeinanderfolgenden Nächten Ziele im Land angegriffen. Iran reagierte nach den vorliegenden Berichten mit Angriffen gegen Staaten am Golf, darunter Kuwait, Bahrain und Katar. Aus Kuwait wurde mindestens eine verletzte Person gemeldet.

Washington setzte außerdem wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen iranisches Erdöl wieder in Kraft, die nach dem Protokoll vom 17. Juni ausgesetzt worden waren. Araghchi bezeichnete diesen Schritt als Verstoß gegen die Vereinbarung. Die gegensätzlichen Bewertungen zeigen, dass nicht einmal der rechtliche und politische Status der Feuerpause zwischen den Konfliktparteien geklärt ist.

Für Vermittlungsgespräche kamen zuletzt mehrere regionale Akteure in Betracht. Eine Delegation aus Katar traf nach iranischen Medienberichten bereits am Freitag in Teheran ein. Auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif appellierte an Präsident Massoud Pezeshkian, die erreichte Chance auf Frieden zu bewahren. Ob die Gespräche in Oman zu einer Entspannung führen, blieb am Samstag offen.

Quellen

  • AFP via Boursorama
  • AFP via Courrier international
  • Weißes Haus