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Nachrichten.fr · March 14, 2025

Bourges und das süße Geheimnis der Forestine

Bourges – eine Stadt voller Geschichte, gotischer Pracht und einer süßen Versuchung, die seit über 140 Jahren die Menschen begeistert. Die Forestine, eine zartschmelzende Pralinen-Spezialität mit knusprigem Zuckerüberzug, ist weit mehr als nur eine Süßigkeit. Sie ist ein Stück Stadtgeschichte, eine Familientradition und ein Geschmackserlebnis, das sich jeder Bourges-Besucher auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Doch was macht die Forestine so besonders? Und warum gibt es sie nur hier? Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen dieser einzigartigen Leckerei.


Ein Bonbon mit Geschichte

Die Geschichte der Forestine beginnt im Jahr 1879, als der Zuckerbäcker Georges Forest eine Süßigkeit erfand, die es bis dahin noch nicht gab: ein mit Praliné gefülltes Zuckerbonbon. Damals eine echte Sensation! Denn bis dahin bestand Zuckerware meist nur aus hartem Karamell oder Fruchtgummi.

Sein Rezept blieb ein wohlgehütetes Geheimnis – und die Forestine wurde zum Markenzeichen der Stadt. Der Name selbst ist eine Hommage an den Erfinder: Forest plus eine klangvolle Endung – voilà, die „Forestine“ war geboren.


Wie entsteht die Forestine?

Ein bisschen Magie gehört dazu – und natürlich viel handwerkliches Können. Noch heute wird die Forestine in Handarbeit hergestellt. Früh am Morgen beginnt in der Maison des Forestines die Produktion. In großen Kupferkesseln wird der Zucker geschmolzen, während die Praliné-Füllung vorbereitet wird.

Der entscheidende Moment? Das Zuschneiden und Formen der Bonbons. Hier ist Feingefühl gefragt! Die Forestines werden per Hand geschnitten und getrennt, genau wie es Georges Forest einst tat. Ein aufwendiger Prozess, den nur wenige beherrschen.

Jean-François Tavernier, Urenkel von Forests erstem Nachfolger, führt diese Tradition heute in vierter Generation fort. Stolz erzählt er:

“Es ist das weltweit erste gefüllte Zuckerbonbon – und bis heute sind wir die einzigen, die es herstellen.”


Auf den Spuren der Forestine in Bourges

Wer nach Bourges reist, sollte sich nicht nur die berühmte Kathedrale Saint-Étienne ansehen, sondern auch auf eine süße Entdeckungstour gehen.

Zwar ist das ursprüngliche Geschäft im historischen Stadtkern heute geschlossen, doch die provisorische Boutique der Maison des Forestines bleibt ein beliebter Treffpunkt für Feinschmecker und Neugierige. Schon beim Betreten duftet es verführerisch nach Zucker, Karamell und gerösteten Nüssen – ein Paradies für alle Naschkatzen!

Die Forestine ist aber nicht nur in Bonbonform ein Genuss. Viele Pâtisserien und Cafés in Bourges verwenden sie als Zutat für ihre Desserts. Ein Stück Forestine-Schokolade zum Café oder eine Tarte mit Forestine-Crème? Unbedingt probieren!


Mehr als nur eine Süßigkeit

Was macht eine Stadt unverwechselbar? Ihre Geschichte, ihre Bauwerke – und manchmal auch ein kleines Bonbon, das eine ganze Tradition in sich trägt.

Die Forestine ist ein Stück Bourges, ein süßer Botschafter mit einem Hauch Nostalgie. Wer sie einmal probiert hat, nimmt nicht nur eine Süßigkeit mit nach Hause, sondern ein kleines Stück französische Handwerkskunst.

Und wer weiß – vielleicht schmeckt sie hier in Bourges doch ein kleines bisschen besser als irgendwo sonst?

Ein Reisebericht von V.O.Yager