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Nachrichten.fr · April 25, 2025

Mit der Mobylette durch Frankreich: Vintage-Roller erobern den Tourismus

Wer hätte gedacht, dass die knatternden Zweitakter der 70er und 80er Jahre eines Tages ein Revival erleben? Doch genau das passiert gerade in Frankreich: Die gute alte Mobylette ist zurück auf den Straßen – und das mit Stil! Nostalgie, Entschleunigung und ein Hauch Abenteuerlust treiben immer mehr Menschen auf die kleinen Landstraßen, um Frankreich auf zwei Rädern neu zu entdecken.

Warum also nicht mal den Eiffelturm links liegen lassen und stattdessen auf einer Mobylette durch die Weinberge tuckern?

Vintage trifft Slow Tourism

Die Wiederentdeckung der Mobylette ist Teil einer größeren Bewegung – dem Slow Tourism. Hier geht es nicht um Geschwindigkeit oder möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kürzester Zeit, sondern ums bewusste Reisen, ums Ankommen, ums Genießen. Und was könnte besser dazu passen als ein kleines Zweirad mit überschaubarer Geschwindigkeit und einfachem Mechanismus?

Ein Paradebeispiel ist Campagnes & Mobylettes, ein Unternehmen nahe Toulouse. Seit Juli 2024 bietet Gründer Pascal Bouton geführte Touren durch die idyllischen Landschaften der Haute-Garonne, des Gers und des Tarn an. Egal ob eingefleischter Nostalgiker oder neugieriger Entdecker – die Mischung aus Retro-Charme und landschaftlicher Schönheit zieht ein buntes Publikum an.

Überall in Frankreich auf Tour – Thematische Routen

Frankreich wäre nicht Frankreich, wenn es nicht für jeden Geschmack die passende Tour gäbe. In der Bourgogne laden Les Brèles Balades zu Fahrten durch die berühmten Weinberge der Côte Chalonnaise ein – Weinproben inklusive, versteht sich. Ein Schluck Pinot Noir unter freiem Himmel, das Knattern der Mobylette im Hintergrund – da schlägt das Genießerherz höher.

Im Luberon steuert 2 Temps en Temps die schönsten kleinen Straßen per GPS-geführter App an. Eine Region wie aus dem Bilderbuch: Lavendelfelder, alte Steinmauern, verwinkelte Gassen. Und wer sich nach noch mehr Genuss sehnt, ist bei Mob and Wine in Saint-Émilion richtig: Hier verbindet man das UNESCO-Welterbe der Weinberge mit exklusiven Château-Besuchen und Degustationen.

Das klingt nach einer Zeitreise – und fühlt sich auch so an.

Einfach, zugänglich, ein bisschen verrückt

Eines der schönsten Details dieser Touren? Sie sind für nahezu jeden zugänglich. Keine Sorge – vor der Abfahrt gibt’s eine gründliche Einweisung, dazu Helm, Handschuhe und natürlich Versicherungsschutz. Niemand wird ins kalte Wasser geworfen – oder besser gesagt: auf die offene Straße.

Die Routen dauern meist nur wenige Stunden und beinhalten leckere Pausen – sei es ein Picknick mit regionalen Spezialitäten oder ein Abstecher zu einer Sehenswürdigkeit. Die Preise? Zwischen 30 und 100 Euro, je nach Dauer und Extras. Für das, was geboten wird, ist das ein echtes Schnäppchen.

Und mal ehrlich: Wann war das letzte Mal, dass ein Ausflug so viel Spaß gemacht hat, ohne gleich ein Vermögen zu kosten?

Rückenwind für den lokalen Tourismus

Die Mobylette-Touren sind nicht nur für die Teilnehmer ein Erlebnis – auch der lokale Tourismus profitiert kräftig davon. Kleine Produzenten, Winzer, Handwerksbetriebe – sie alle werden in die Erlebnisse eingebunden. Das stärkt die Regionen, belebt die Dörfer und unterstützt nachhaltige Wirtschaftskreisläufe.

Und genau hier zeigt sich der wahre Charme solcher Projekte: Sie bringen Menschen zusammen, fördern das Bewusstsein für Regionalität und bewahren gleichzeitig ein Stück technisches Kulturerbe.

Zurück zu den Wurzeln – mit Stil

In einer Welt, in der vieles immer schneller und digitaler wird, wirken diese Touren wie eine Einladung zum Durchatmen. Man hört das Knattern des Motors, spürt den Wind im Gesicht, riecht die Natur. Statt Autobahnlärm gibt’s Zwitschern und Blätterrauschen – eine Wohltat für die Sinne.

Die Mobylette ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – sie ist ein Symbol für eine andere Art des Reisens. Eine, die das Tempo rausnimmt und den Blick für das Wesentliche schärft.

Wer also Lust auf ein bisschen Abenteuer, viel Natur und eine ordentliche Portion Retro-Feeling hat – Frankreich wartet. Und die Mopeds stehen schon bereit.

Autor: Catherine H.