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Nachrichten.fr · August 11, 2024

Von St. Tropez bis Marseille: Eine Reise entlang der glitzernden Côte d’Azur

Frankreichs Côte d’Azur – der Inbegriff von Luxus, Glamour und mediterranem Lebensgefühl. Die rund 140 Kilometer lange Strecke zwischen St. Tropez und Marseille lädt zu einer unvergesslichen Entdeckungsreise entlang der malerischen Küste ein. Diese Route bietet nicht nur strahlend blaues Meer und goldene Strände, sondern auch charmante Dörfer, historische Städte und eine Küche, die selbst anspruchsvolle Gaumen begeistert.

St. Tropez: Glamouröse Vergangenheit und pulsierende Gegenwart

Der Startpunkt unserer Reise – St. Tropez – ist nicht einfach irgendein Küstenort. Einst ein beschauliches Fischerdorf, avancierte es in den 1950er Jahren dank Stars wie Brigitte Bardot zum Treffpunkt der Reichen und Schönen. Auch heute noch ziehen Luxusyachten und schicke Boutiquen eine exklusive Klientel an, doch die Stadt hat ihren rustikalen Charme bewahrt.

Der Hafen von St. Tropez ist das Herzstück der Stadt. Hier liegen prachtvolle Yachten Seite an Seite mit traditionellen Fischerbooten, während sich in den Cafés am Quai Jean Jaurès Prominente und Touristen tummeln. Ein Spaziergang durch die Altstadt, das sogenannte „La Ponche“, lässt die Geschichte lebendig werden: enge Gassen, alte Steinhäuser und malerische Plätze erzählen von der Zeit, als St. Tropez noch ein Fischerdorf war.

Für Kunstliebhaber lohnt sich ein Besuch des Musée de l’Annonciade, das Werke von Künstlern wie Paul Signac und Henri Matisse zeigt. Diese Künstler haben sich von der Leuchtkraft des Mittelmeerlichts inspirieren lassen – eine Magie, die man bei einem Blick auf das azurblaue Meer sofort versteht.

Entlang der Corniche des Maures: Natur pur und versteckte Buchten

Verlässt man St. Tropez in Richtung Westen, folgt die Route der Corniche des Maures – einer der schönsten Küstenstraßen der Region. Diese Strecke ist ein wahres Fest für die Sinne: Pinienwälder duften in der warmen Sonne, während das türkisfarbene Meer zwischen den Bäumen hindurchblitzt. Die Straße windet sich entlang der Küste, vorbei an kleinen Buchten und versteckten Stränden, die zum Schwimmen und Sonnenbaden einladen.

Ein besonderer Halt auf dieser Strecke ist das Dorf Le Lavandou. Bekannt für seine elf feinen Sandstrände, ist es ein perfekter Ort für eine entspannte Pause. Doch nicht nur Sonnenanbeter kommen hier auf ihre Kosten – im Hinterland des Ortes erstrecken sich malerische Weinberge, die zur Verkostung einladen.

Weiter geht es über Bormes-les-Mimosas, ein idyllisches Bergdorf, das für seine üppige Vegetation und die spektakuläre Aussicht auf die Küste bekannt ist. Der Ort ist ein wahres Blumenmeer – die Mimosen blühen hier fast das ganze Jahr über und tauchen das Dorf in ein leuchtendes Gelb. Ein Bummel durch die schmalen, blumengesäumten Gassen fühlt sich an wie ein Spaziergang durch einen verwunschenen Garten.

Toulon: Maritimes Flair und militärische Geschichte

Weiter entlang der Küste erreichen wir Toulon – eine Stadt, die oft im Schatten der glamouröseren Nachbarn steht, aber keineswegs übersehen werden sollte. Toulon ist eine bedeutende Hafenstadt und beherbergt den größten Marinehafen Frankreichs. Die maritime Atmosphäre ist allgegenwärtig, besonders am alten Hafen, wo man die prächtigen Kriegsschiffe bewundern kann.

Ein Besuch in Toulon wäre nicht komplett ohne eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Mont Faron. Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über die Stadt, den Hafen und das tiefblaue Mittelmeer. Oben angekommen, lohnt sich ein Besuch des Musée Mémorial du Débarquement, das an die Befreiung der Provence im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Für alle, die das authentische Provence-Feeling erleben möchten, empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Stadtteil Le Mourillon. Dieser ehemalige Fischerort hat sich zu einem charmanten Viertel mit pastellfarbenen Häusern, engen Gassen und einer lebendigen Markthalle entwickelt. Hier spürt man das echte Herz Toulons – fernab des Trubels der Hafenanlagen.

Cassis: Das Tor zu den Calanques

Die Reise führt uns weiter nach Cassis, einem der schönsten Orte an der Côte d’Azur. Eingebettet zwischen hohen Klippen und umgeben von Weinbergen, bietet dieses kleine Fischerdorf eine der spektakulärsten Küstenlandschaften Frankreichs. Cassis ist vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Calanques bekannt – ein Nationalpark, der sich über mehr als 20 Kilometer erstreckt und mit seinen fjordartigen Buchten, weißen Kalksteinfelsen und smaragdgrünem Wasser beeindruckt.

Ein Muss ist eine Bootsfahrt zu den Calanques von Port-Miou, Port-Pin und En-Vau. Diese Buchten sind nur vom Meer aus oder über anspruchsvolle Wanderwege erreichbar und bieten atemberaubende Aussichten. Wer es sportlich mag, kann auch eine Kajaktour unternehmen – so lässt sich die Küste aus einer ganz neuen Perspektive erkunden.

Nach einem Tag voller Naturabenteuer lädt das Dorf Cassis selbst zu einem gemütlichen Abend ein. Die Promenade mit ihren bunten Häusern, die sich am Hafen entlangziehen, ist ein beliebter Ort für einen Aperitif oder ein Abendessen in einem der vielen Restaurants, die fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte servieren.

Marseille: Die pulsierende Metropole der Provence

Schließlich erreichen wir Marseille – eine Stadt, die so viel mehr ist als nur ein Ziel. Marseille ist eine pulsierende Metropole mit einer reichen Geschichte, die bis auf das Jahr 600 v. Chr. zurückgeht, als die Griechen hier den Hafen von Massalia gründeten. Die Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Schmelztiegel der Kulturen entwickelt – was sich besonders in den verschiedenen Vierteln, der Küche und der Musikszene widerspiegelt.

Der alte Hafen, Vieux-Port, ist das Herz Marseilles. Hier ankern Fischerboote neben Yachten, und der Fischmarkt am Morgen ist ein echtes Erlebnis. Von hier aus starten auch die Boote zu den Îles du Frioul, einer kleinen Inselgruppe vor der Küste, auf der sich auch das berühmte Château d’If befindet. Dieses ehemalige Gefängnis diente als Kulisse für Alexandre Dumas’ Roman „Der Graf von Monte Christo“ und kann besichtigt werden.

Ein absolutes Highlight Marseilles ist die Basilika Notre-Dame de la Garde, die hoch über der Stadt thront. Die „Bonne Mère“, wie die Einheimischen sie liebevoll nennen, wacht über Marseille und bietet einen unvergleichlichen Blick über die Stadt und das Mittelmeer. Der Aufstieg zur Basilika – ob zu Fuß oder mit dem Bus – lohnt sich nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch wegen der zahlreichen Votivgaben, die von Seeleuten und Gläubigen hinterlassen wurden.

Für Kunst- und Kulturliebhaber ist ein Besuch im MuCEM, dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers, ein Muss. Das moderne Gebäude am Eingang des alten Hafens ist nicht nur architektonisch ein Highlight, sondern bietet auch spannende Ausstellungen, die die Geschichte und Kultur des Mittelmeerraums beleuchten.

Kulinarische Genüsse entlang der Route

Die Côte d’Azur bietet nicht nur spektakuläre Landschaften, sondern auch eine Küche, die das Beste aus Meer und Land vereint. In St. Tropez sollte man sich eine „Tarte Tropézienne“ nicht entgehen lassen – ein süßer Kuchen aus Brioche-Teig, gefüllt mit einer leichten Sahnecreme. In Toulon locken Bouillabaisse und „Anchoïade“, eine Paste aus Anchovis, Olivenöl und Knoblauch, die perfekt zu frischem Brot passt.

Cassis ist bekannt für seine Weißweine, die perfekt zu den Meeresfrüchten passen, die in den Restaurants entlang der Küste serviert werden. In Marseille schließt die kulinarische Reise mit einer weiteren Bouillabaisse ab – doch jede Stadt, jeder Ort entlang dieser Route hat ihre eigenen, einzigartigen Spezialitäten, die es zu entdecken gilt.

Abschließende Empfehlungen: Das Beste aus beiden Welten

Die Reise entlang der Côte d’Azur, von St. Tropez bis Marseille, ist eine perfekte Mischung aus Glamour und Authentizität, Natur und Kultur. Jede Stadt und jedes Dorf entlang der Route erzählt seine eigene Geschichte, und die Vielfalt der Landschaften – von goldenen Stränden über steile Klippen bis hin zu dichten Wäldern – ist beeindruckend.

Diese Strecke bietet die Möglichkeit, sich sowohl zu entspannen als auch aktiv zu sein, Kultur zu erleben und die Natur zu genießen. Egal, ob man auf der Suche nach Abenteuer, Erholung oder kulinarischen Genüssen ist – die Côte d’Azur lässt keinen Wunsch offen. Bereit, den Koffer zu packen und loszufahren?