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Daniel Ivers · 17.07.2026

Jubillar-Fall: Warum die Untersuchung der gefundenen Knochen dauern kann

Mailhoc – 17.07.2026: Auf einem Feld im Tarn haben Ermittler Knochenreste entdeckt, die nun im Institut de recherche criminelle de la gendarmerie nationale in Pontoise untersucht werden. Der Fund erfolgte an einem Ort, den Cédric Jubillar nach Angaben der Ermittlungsbehörden als Stelle genannt hatte, an der er den Leichnam seiner Frau Delphine abgelegt haben will. Eine Identifizierung liegt bislang nicht vor.

Die Ermittlungen vor Ort wurden am Freitag fortgesetzt. Für die Familie von Delphine Jubillar, geborene Aussaguel, ist der Fund ein neuer, schwerer Moment nach Jahren der Ungewissheit. Zugleich mahnen die Behörden zur Vorsicht: Aus den geborgenen Fragmenten lässt sich derzeit weder sicher ableiten, von wem sie stammen, noch unter welchen Umständen ein Mensch gestorben sein könnte.

In Pontoise beginnt deshalb eine Untersuchung in mehreren Schritten. Fachleute müssen zunächst feststellen, ob die gesicherten Stücke tatsächlich menschlichen Ursprungs sind. Erst danach kann geprüft werden, ob sich aus dem Material ein verwertbares genetisches Profil gewinnen lässt. Dieses Profil würde dann mit Referenzproben aus der Familie von Delphine Aussaguel abgeglichen.

Gerade dieser Weg kann Zeit beanspruchen. Knochen, die längere Zeit im Freien lagen, können durch Feuchtigkeit, Boden, Pflanzenwuchs und Tiere stark verändert sein. Auch die Menge und der Erhaltungszustand des vorhandenen Materials sind entscheidend. Die Fachleute müssen sorgfältig arbeiten, damit die Untersuchung nicht durch Verunreinigungen oder vorschnelle Schlüsse beeinträchtigt wird.

Sollte eine genetische Zuordnung gelingen, wäre damit noch nicht jede offene Frage beantwortet. Dann könnten rechtsmedizinische Untersuchungen folgen, etwa zur Suche nach möglichen Spuren von Verletzungen oder anderen Hinweisen auf die Todesumstände. Ob solche Feststellungen möglich sind, hängt wesentlich davon ab, welche Knochenreste vorliegen und in welchem Zustand sie sich befinden.

Der Fund ist damit ein bedeutender neuer Baustein in einem Verfahren, das seit dem Verschwinden der damals 33-jährigen Krankenpflegerin im Dezember 2020 die Justiz beschäftigt. Er ersetzt jedoch nicht die kriminaltechnische Prüfung. Die Ergebnisse des Labors werden darüber entscheiden, welche Bedeutung die Ermittler und die Justiz den geborgenen Überresten beimessen können.

Bis dahin bleibt der Fall in einer Phase der forensischen Klärung. Die Gendarmerie sichert das Gelände weiter und die Experten in Pontoise arbeiten an der Frage, ob die Knochenreste Delphine Aussaguel zugeordnet werden können. Für Angehörige und Ermittler könnte erst diese Antwort aus einem Fund einen belastbaren Befund machen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Le Progres