Paris – 22.06.2026: Legrand, ein führendes Unternehmen im Bereich elektrischer Infrastrukturen, hat eine umfassende Umstrukturierung seiner Produktionsstätten in Frankreich bekannt gegeben. Bis Ende 2028 sollen vier Standorte geschlossen und 178 Arbeitsplätze abgebaut werden. Betroffen sind die Werke in Pont-en-Royans (Isère), Lagord (Charente-Maritime), Confolens (Charente) und Châlus (Haute-Vienne). Die Produktionsaktivitäten dieser Standorte werden auf andere französische Werke verlagert, darunter Magré (Haute-Vienne), Sitel (Haute-Vienne), Sillé-le-Guillaume (Sarthe) und Saint-Marcellin (Isère).
Legrand begründet die Umstrukturierung mit der anhaltenden Krise im Bausektor, der Konkurrenz aus Niedriglohnländern und der Notwendigkeit, Investitionen in Schlüsselbereiche wie die Energiewende, digitale Technologien und Rechenzentren zu beschleunigen. Trotz der Schließungen plant das Unternehmen, bis 2028 über 80 Millionen Euro in Frankreich zu investieren, wobei 20 Millionen Euro für die Unterstützung der Verlagerung von Aktivitäten auf andere französische Standorte vorgesehen sind.
Die Gewerkschaft CGT hat Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Umstrukturierung auf die Beschäftigung und die Zukunft des Unternehmens in Frankreich geäußert. Sie fordert transparente Kommunikation und Arbeitsplatzsicherheit für die betroffenen Mitarbeiter.
Legrand mit Sitz in Limoges (Haute-Vienne) beschäftigt etwa 5.000 Menschen in Frankreich. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 9,5 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro. Für 2026 strebt Legrand ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent an.
Die geplante Umstrukturierung befindet sich derzeit in Verhandlung mit den Arbeitnehmervertretern. Es werden Lösungen wie interne Versetzungen und freiwillige Frühverrentungen angeboten. Das Unternehmen betont, dass die Umstrukturierung darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit von "Made in France" zu stärken und die Präsenz des Unternehmens in Frankreich zu konsolidieren.
Die Schließungen und Arbeitsplatzabbauten sind Teil einer umfassenderen Strategie von Legrand, sich an die Marktbedingungen anzupassen und in wachstumsstarke Bereiche zu investieren. Endgültige Entscheidungen werden nach Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern getroffen.
Legrand hatte bereits Ende 2024 in Frankreich Umstrukturierungen vorgenommen, um auf die Krise im Bausektor zu reagieren, wobei dabei keine Entlassungen vorgenommen wurden. Diese aktuellen Maßnahmen sind Teil der fortlaufenden Bemühungen des Unternehmens, sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Die endgültigen Auswirkungen der Umstrukturierung auf die Beschäftigung und die Zukunft von Legrand in Frankreich hängen von den Ergebnissen der laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab. Das Unternehmen hat zugesagt, alle betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen und Lösungen wie interne Versetzungen und freiwillige Frühverrentungen anzubieten.