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Patrick Duval · 30.06.2026

Léon Marchand verzichtet in Saint-Étienne wegen Adduktorproblemen – Fokus auf EM-Start in Paris

Saint-Étienne – 30.06.2026: Léon Marchand hat seine Teilnahme an den verbleibenden Wettbewerben der Championnats de France in Saint-Étienne beendet. Der 22-Jährige verspürte während der Vorläufe über 200 m Brust Schmerzen im rechten Adduktor und verzichtete daraufhin auf weitere Starts. Die Fédération française de natation (FFN) bestätigte am Sonntagmorgen einen medizinisch begründeten Rückzug als Vorsichtsmaßnahme. Eine schwere Läsion wird intern derzeit nicht angenommen, endgültige Befunde stehen aber noch aus.

Bereits am 29. Juni hatte Marchand nach einem starken Auftritt über 400 m Lagen auf das Finale über 200 m Brust verzichtet. Er hielt im Wasser kurz das Bein an, begab sich zur Untersuchung und entschied gemeinsam mit seinem Betreuerteam gegen eine weitere Belastung. Der technische Direktor der FFN, Denis Auguin, sprach von einer reduzierten Wahrscheinlichkeit für eine gravierende Verletzung. Zunächst erfolgen bildgebende Untersuchungen sowie eine konservative Behandlung mit Schonung; die Trainingsaufnahme soll stufenweise und abhängig vom klinischen Verlauf erfolgen.

Für die französischen Meisterschaften bedeutet der Ausfall einen Einschnitt. Der Wettkampf in der Piscine Raymond-Sommet dient als letzte nationale Leistungsüberprüfung vor den Europameisterschaften in Paris. Marchand war als größter Anziehungspunkt angekündigt, die Organisatoren halten jedoch am Zeitplan und an den Qualifikationskriterien fest. Andere Medaillenanwärter rücken damit stärker in den Fokus, während die Startfelder kurzfristig angepasst wurden.

Für Marchand steht die mittelfristige Planung im Vordergrund. Nach der intensiven Saison seit den Olympischen Spielen von Paris 2024 gilt die Steuerung von Belastung und Regeneration als zentral. Sein Umfeld betont, dass eine zügige, aber kontrollierte Rehabilitation Vorrang hat, um die Chancen auf einen EM-Start in Paris ab August 2026 nicht zu gefährden. Eine Überlastung in der Bruststrecke kann den Adduktor besonders beanspruchen; entsprechendes Präventions- und Techniktraining spielt daher in der Vorbereitung eine große Rolle.

Adduktorenbeschwerden sind im Schwimmsport nicht selten. Häufig liegen muskuläre Überlastungen zugrunde; seltener treten Teilrupturen auf. Üblich sind eine frühe Diagnostik per Ultraschall oder MRT und ein Aufbauplan mit progressiver Belastungssteigerung. Ziel ist, Schmerzen rasch zu kontrollieren und Rückfälle zu vermeiden.

Die FFN kündigte an, in den kommenden Tagen über Untersuchungsergebnisse und den weiteren Fahrplan zu informieren. Bis dahin bleibt die Devise, Risiken zu vermeiden und den Fokus klar auf die kontinentalen Titelkämpfe in Paris zu richten.

Quellen

  • Franceinfo (RSS)
  • Fédération française de natation
  • L'Équipe
  • TF1 Info