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Patrice Tiko · 10.06.2026

LFI schlägt Gesetzesänderung vor: Abschaffung von Beobachtungspraktika in der 10. Klasse und Reform in der 9. Klasse

Paris – 10.06.2026: Angesichts der jüngsten tragischen Vorfälle, bei denen Schüler während ihrer Praktika ums Leben kamen, hat die französische Partei La France Insoumise (LFI) einen Gesetzesentwurf eingebracht. Dieser sieht die Abschaffung von Beobachtungspraktika in der 10. Klasse und eine umfassende Reform der Praktika in der 9. Klasse vor.

In den letzten Monaten ereigneten sich mehrere tödliche Unfälle während Schülerpraktika. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich im April 2026, als ein 15-jähriger Schüler während seines Praktikums in einem Unternehmen in Saint-Lô, Normandie, ums Leben kam. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Mai 2026, als ein 16-jähriger Schüler in Bagnols-sur-Cèze, Gard, von einem Gabelstapler erfasst wurde.

Diese Vorfälle haben eine breite Diskussion über die Sicherheit und den Nutzen von Schülerpraktika ausgelöst. Die LFI argumentiert, dass die aktuellen Praktikumsmodelle nicht ausreichend Schutz bieten und die Schüler nicht optimal auf die Arbeitswelt vorbereiten. Daher schlägt die Partei vor, die Beobachtungspraktika in der 10. Klasse abzuschaffen und die Praktika in der 9. Klasse grundlegend zu reformieren.

Der Gesetzesentwurf von LFI zielt darauf ab, die Praktika sicherer und effektiver zu gestalten. Konkret wird vorgeschlagen, dass Schüler in der 9. Klasse statt eines traditionellen Praktikums in einem Unternehmen verstärkt in schulische Projekte eingebunden werden. Diese Projekte sollen praxisorientiert sein und den Schülern ermöglichen, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen, ohne die Risiken eines Praktikums in einem Unternehmen einzugehen.

Die Diskussion über die Reform der Schülerpraktika ist nicht neu. Bereits im April 2026 hatte der Minister für nationale Bildung, Edouard Geffray, Überlegungen angestellt, die Praktika in der 9. und 10. Klasse neu zu gestalten. Er schlug vor, dass Schüler statt eines längeren Praktikums in einem Unternehmen mehrere kürzere Praktika in verschiedenen Unternehmen absolvieren könnten, um ein breiteres Spektrum an Berufen kennenzulernen.

Diese Vorschläge stießen jedoch auf Kritik. Der Syndicat National des Enseignements de Second degré (SNES-FSU) äußerte Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung und der möglichen Belastung für die Schulen. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, ob solche Reformen tatsächlich zu einer besseren Vorbereitung der Schüler auf die Arbeitswelt führen würden.

Die aktuellen Vorfälle haben die Debatte über die Sicherheit und den Wert von Schülerpraktika erneut angeheizt. Die LFI fordert nun konkrete gesetzliche Änderungen, um die Praktika sicherer zu gestalten und den Schülern eine bessere Vorbereitung auf die berufliche Zukunft zu ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung und andere politische Parteien auf diesen Vorschlag reagieren werden.

Insgesamt zeigt sich, dass die Frage der Schülerpraktika in Frankreich ein komplexes Thema ist, das sowohl Sicherheitsaspekte als auch pädagogische Ziele berücksichtigt. Die jüngsten tragischen Ereignisse haben die Notwendigkeit einer gründlichen Überprüfung und möglichen Reform dieses Systems unterstrichen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Figaro
  • Le Monde