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Jean-Paul Huber · 01.06.2026

Macron kündigt 93 Milliarden Euro Investitionen und 15.000 neue Arbeitsplätze beim “Choose France” Gipfel an

Illustration Nachrichten.fr

Versailles – 01.06.2026: Präsident Emmanuel Macron eröffnete am 1. Juni 2026 den neunten "Choose France" Gipfel im Schloss Versailles. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Investitionen in Höhe von 93 Milliarden Euro angekündigt, die zur Schaffung von mehr als 15.000 Arbeitsplätzen führen sollen. Diese Summe übersteigt die kumulierten Investitionszusagen der acht vorherigen Gipfel, die insgesamt 87 Milliarden Euro betrugen.

Der Gipfel brachte rund 200 internationale Unternehmensführer zusammen, die ihre Investitionspläne in Frankreich präsentierten. Besonders hervorzuheben ist die Ankündigung von SoftBank, die bis zu 75 Milliarden Euro in den Bau von KI-Datenzentren in Frankreich investieren möchte. Eine erste Tranche von 45 Milliarden Euro ist bis 2031 speziell für die Region Hauts-de-France geplant. Dies unterstreicht den Fokus auf moderne Technologien und die digitale Transformation der französischen Wirtschaft.

Amazon gab im Zuge des Gipfels bekannt, drei neue Logistikzentren in den Regionen Pays de la Loire, Île-de-France und Nouvelle-Aquitaine zu errichten. Diese Investitionen von über 400 Millionen Euro sollen zur Schaffung von mehr als 3.000 unbefristeten Arbeitsplätzen beitragen. Diese Pläne sind Teil eines größeren Investitionsprogramms des Unternehmens in Höhe von über 15 Milliarden Euro bis 2028.

Auch der deutsche Pharmakonzern Boehringer plant erhebliche Investitionen: Bis 2030 sollen rund 500 Millionen Euro in vier französische Standorte fließen, um die Gesundheits- und Lebensmittelversorgung in Frankreich zu fördern und weiter auszubauen.

Trotz dieser positiven Ankündigungen steht die französische Wirtschaft weiterhin vor Herausforderungen. Seit 2024 stagniert die industrielle Erholung, und im Jahr 2025 gingen rund 20.000 industrielle Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,1 Prozent, während ausländische Investitionsprojekte im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurückgingen.

Kritiker bemängeln vor allem, dass die Regierung hauptsächlich große Unternehmen unterstütze und kleine sowie mittlere Betriebe vernachlässigt. Um dem entgegenzuwirken, plant die Regierung verschiedene Maßnahmen, darunter beschleunigte Genehmigungsverfahren für etwa 150 Projekte und die Errichtung neuer Industriegebiete. Diese Initiativen sollen Hemmnisse für Investitionen abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs stärken. Allerdings könnten politische und finanzielle Unsicherheiten sowie der Wettbewerbsdruck aus der Landwirtschaft weiterhin Hemmnisse darstellen.

Laut dem aktuellen Barometer der Beratungsgesellschaft EY vom 21. Mai 2026 bleibt Frankreich mit 852 angesiedelten Investitionsprojekten führend in Europa, noch vor dem Vereinigten Königreich mit 730 und Deutschland mit 548 Projekten. Dies zeigt, dass Frankreich trotz der Schwierigkeiten ein attraktiver Standort für internationale Investoren bleibt.

Der "Choose France" Gipfel 2026 verdeutlicht die Ambitionen der französischen Regierung, die Wirtschaft zu modernisieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Die angekündigten Investitionen setzen ein starkes Zeichen, dass Frankreich seine industrielle Basis stärken möchte. Für eine nachhaltige Erholung wird es jedoch entscheidend sein, die Herausforderungen bei der Arbeitsplatzentwicklung und Innovation anzugehen.

Quellen

  • Le Monde
  • RTL
  • Amazon France
  • France Épargne