Zurück

Daniel Ivers · 10.06.2026

Marokkanische Polizei verhaftet 11 international gesuchte Verdächtige in Marrakesch und Tanger

Marrakesch – 08.06.2026: In einer konzertierten Aktion haben die marokkanische Polizei und die nationale Sicherheitsbehörde (DGSN) am Montag, den 8. Juni 2026, in den Städten Marrakesch und Tanger insgesamt 11 Personen festgenommen. Diese standen im Verdacht, in Europa in schwerwiegende kriminelle Aktivitäten wie Drogenhandel und Geldwäsche verwickelt zu sein. Die Festnahmen erfolgten im Rahmen von Ermittlungen, die durch internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit Interpol, ermöglicht wurden.

Unter den Festgenommenen befanden sich zehn Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft: sechs französische Staatsbürger marokkanischer Herkunft, drei belgische Staatsbürger marokkanischer Herkunft und ein niederländischer Staatsbürger marokkanischer Herkunft. Ein weiterer Festgenommener war ein französischer Staatsbürger ohne marokkanische Staatsangehörigkeit. Zehn der elf Verdächtigen standen im Fokus internationaler Fahndungen, da sie in den Datenbanken von Interpol mit sogenannten "Red Notices" verzeichnet waren. Diese wurden auf Ersuchen der Justizbehörden aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden ausgestellt.

Die französischen Staatsbürger marokkanischer Herkunft wurden von den französischen Behörden wegen mutmaßlicher Beteiligung an Geldwäsche, Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen im Drogenhandel sowie Betrug und Untreue gesucht. Die belgischen Staatsbürger marokkanischer Herkunft standen im Verdacht, in den internationalen Drogenhandel verwickelt zu sein. Der niederländische Staatsbürger marokkanischer Herkunft wurde international wegen vermuteter Beteiligung am internationalen Drogenhandel und an Geldwäsche gesucht. Zusätzlich wurde ein französischer Staatsbürger festgenommen, der in Marokko von der nationalen Kriminalpolizei (BNPJ) wegen einer Geldwäscheermittlung gesucht wurde.

Im Zuge der Festnahmen wurden umfangreiche Ermittlungen durchgeführt, bei denen verschiedene Vermögenswerte sichergestellt wurden. Dazu gehörten Luxusuhren, hochwertige Fahrzeuge und Motorräder, Bargeld in marokkanischer und ausländischer Währung, Bankkarten, Mobiltelefone, Dosen mit Kokain sowie Pässe und verschiedene Identitätsdokumente der Verdächtigen. Diese Sicherstellungen deuten auf die Schwere und den Umfang der kriminellen Aktivitäten der Festgenommenen hin.

Die 11 Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen und stehen nun unter der Aufsicht der zuständigen Staatsanwaltschaften. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, um die genauen Umstände der ihnen vorgeworfenen Taten zu klären und die entsprechenden rechtlichen Schritte einzuleiten. Dabei wird auch geprüft, inwieweit die marokkanische Justiz in den Fällen zuständig ist, insbesondere im Hinblick auf die marokkanische Staatsangehörigkeit einiger Verdächtiger.

Diese Festnahmen unterstreichen die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität. Sie zeigen, wie durch koordinierte Maßnahmen und den Austausch von Informationen zwischen den Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder schwere Verbrechen effektiv bekämpft werden können. Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben erneut ihre Entschlossenheit bewiesen, gegen internationale Kriminalität vorzugehen und die Sicherheit sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene zu gewährleisten.

Die Ermittlungen dauern an, und es wird erwartet, dass weitere Details zu den Festgenommenen und ihren mutmaßlichen Aktivitäten in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Die Öffentlichkeit wird gebeten, bei der Aufklärung von Straftaten weiterhin aufmerksam zu sein und relevante Informationen den zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen.

Quellen

  • DGSN
  • BNPJ
  • Interpol