Paris – 12.06.2026: Matthieu Pigasse, bekannter französischer Investmentbanker und Medienunternehmer, hat seine Bereitschaft bekundet, bei der Präsidentschaftswahl 2027 für die Linke zu kandidieren, wenn die politische Linke seine Kandidatur unterstützt. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP betonte Pigasse die Notwendigkeit einer "radikalen Linken der Regierung" und eines "glaubwürdigen Projekts für eine tiefgreifende Transformation". Er kritisierte die bisherigen sozialdemokratischen Strategien als unzureichend und forderte eine stärkere Orientierung an gesellschaftlichen Forderungen nach grundlegenden Veränderungen.
Pigasse, der in den späten 1990er Jahren unter anderen mit Dominique Strauss-Kahn und Laurent Fabius für die Regierung von Lionel Jospin arbeitete, erklärte, dass die bisherigen sozialdemokratischen Ansätze nicht mehr geeignet seien. Er sprach sich gegen die "Politik der Angebotsseite" aus, die unter Emmanuel Macron mehr als zehn Jahre lang verfolgt wurde. Stattdessen plädierte er für eine Regierung, die in ihrer politischen Ausrichtung klar links und ambitioniert ist.
Ein wesentliches Element seines Programms ist eine Erhöhung des Mindestlohns um 20 Prozent, wodurch dieser auf 1.773 Euro netto steigen würde – ein Vorschlag, der über den Forderungen der linken Bewegung "La France Insoumise" liegt. Pigasse unterstrich die Notwendigkeit, gesellschaftliche Transformationen mit pragmatischer Regierungsarbeit zu verbinden, ähnlich wie es Lionel Jospin in den 1990er Jahren mit der Einführung der universellen Krankenversicherung (CMU) und der 35-Stunden-Woche getan habe.
Obwohl Pigasse als Unternehmer bekannt ist, betonte er seine enge Verbundenheit zur linken Bewegung. Er kritisierte die bisherigen politischen Strategien und forderte eine geeinte linke Kraft. Insbesondere äußerte er sich kritisch gegenüber Raphaël Glucksmann, dem zentristischen Führer von "Place Publique", der sich weigere, an einer linken Vorwahl teilzunehmen.
Neben seiner politischen und wirtschaftlichen Tätigkeit ist Pigasse auch Eigentümer von Medienunternehmen wie Radio Nova und der Zeitschrift "Les Inrockuptibles" sowie Organisator von Musikfestivals wie Rock en Seine und We Love Green. Er sieht in diesen kulturellen Aktivitäten einen Beitrag zum Widerstand gegen die extreme Rechte und bezeichnete seine Medienarbeit als „kulturelle Schlacht“ in diesem Sinne.
Auf die Frage nach seiner möglichen Kandidatur antwortete Pigasse, dass er sich nur dann zur Verfügung stelle, wenn er als Einheit bringende Lösung der Linken gewünscht werde. Andernfalls wolle er voller Energie die Person unterstützen, die gewählt wird. Er wolle keinesfalls als ein weiterer Kandidat in einer fragmentierten linken Landschaft auftreten.
Abschließend unterstrich Pigasse die Wichtigkeit einer geschlossenen linken Front, um die Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 zu gewinnen. Er rief die verschiedenen Strömungen der Linken auf, ihre Differenzen beiseitezulegen und gemeinsam an einem starken, einheitlichen Projekt zu arbeiten.
Quellen
- AFP
- Boursorama
- Le Figaro