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Daniel Ivers · 18.07.2026

Monaco: Ermittler veroeffentlichen Video der Explosion

Monaco – 18.07.2026: Fast drei Wochen nach der Explosion am Eingang eines Wohnhauses in Monaco ist ein neues Beweisstueck an die Oeffentlichkeit gelangt. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft veroeffentlichte ein knapp 40 Sekunden langes Video, das nach ihren Angaben den Anschlag vom 29. Juni dokumentiert. Zu sehen ist, wie eine Person einen Gegenstand im Eingangsbereich abstellt. Wenig spaeter erschuettert eine Explosion das Bild.

Getroffen wurde nach Angaben der Ermittler der aus der Ukraine stammende Unternehmer Vadym Yermolaiev. Auch seine Partnerin und ihr minderjaehriger Sohn wurden verletzt. Die Familie sei gezielt angegriffen worden, hatte die monegassische Staatsanwaltschaft bereits nach der Tat erklaert. Über den aktuellen Gesundheitszustand der drei Betroffenen liegen in der nun veroeffentlichten Video-Mitteilung keine neuen, offiziell bestätigten Details vor.

Das Material soll von einer Kamera stammen, die die Tatbeteiligten selbst in der Naehe des Hauses angebracht haben sollen. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko bezeichnete die Aufnahmen als wichtiges gesichertes Beweismittel. Sie koennten nach Darstellung der ukrainischen Behörden zeigen, dass die Ausführung des Angriffs kontrolliert oder dokumentiert werden sollte. Eine abschliessende forensische Bewertung durch die zustaendigen Ermittler in Monaco ist damit nicht ersetzt.

Die Ermittlungen fuehren über mehrere Grenzen. Beteiligt sind nach bisher bekanntgewordenen Angaben Behörden aus Monaco, Frankreich und der Ukraine; auch Interpol war in den Fahndungsablauf eingebunden. Die monegassische Justiz ermittelt wegen eines versuchten Toetungsdelikts. Zum Motiv aeussern sich die Ermittler weiterhin nicht. Gerade diese Frage ist zentral: Wer den Anschlag plante oder beauftragte, ist bislang nicht geklaert.

Als mutmassliche Ausfuehrerin hatten die Behörden Anastasiia Berezovska benannt. Die Frau wurde wenige Tage nach der Explosion in der Ukraine mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Ukrainische Sicherheitsbehoerden teilten mit, ein Mitarbeiter des militaerischen Nachrichtendienstes habe die Toetung eingeraeumt. Er habe nach dieser Darstellung eigenmaechtig gehandelt; ein Wissen seiner Vorgesetzten werde bestritten. Diese Angaben sind Teil laufender Ermittlungen.

Der Tod der Verdächtigen hat die Aufklaerung nicht beendet, sondern erschwert sie. Ihre möglichen Kontakte, Fluchtwege und der Hintergrund des Verbrechens werden weiter untersucht. Auch ob sie allein handelte, bleibt offen. Für die Ermittler bedeutet das jetzt vor allem, technische Spuren, Kommunikationsdaten und Zeugenaussagen über Staatsgrenzen hinweg zusammenzufuehren.

In Monaco hat der Fall die Vorstellung von Sicherheit in dem dicht bebauten und wohlhabenden Stadtstaat erschuettert. Die neue Videoveroeffentlichung liefert einen eindringlichen Eindruck vom Ablauf der Tat. Sie beantwortet jedoch nicht die entscheidende Frage nach den Verantwortlichen im Hintergrund. Bis zu einer gerichtsfesten Klaerung gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Quellen

  • Associated Press
  • Le Monde
  • Ukrainische Generalstaatsanwaltschaft