Zurück

Jean-Paul Huber · 09.07.2026

Nach rassistischen Attacken gegen Mbappé: Paraguay übermittelt Entschuldigung, bestätigt Sportministerin Ferrari

Paris – 09.07.2026: Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari hat bekräftigt, dass die Regierung Paraguays formell Bedauern über rassistische Äußerungen einer paraguayischen Senatorin gegenüber Kylian Mbappé übermittelt hat. In einem Interview mit franceinfo erklärte sie am Donnerstagmorgen, die Attacken seien „unannehmbar“, der Staat stehe geschlossen hinter dem Kapitän der Nationalmannschaft. Zuvor hatten bereits der Élysée-Palast und die Fédération Française de Football (FFF) klare Worte gefunden und juristische Schritte unterstützt.
Auslöser waren abwertende Beiträge der Senatorin in sozialen Netzwerken nach dem WM-Achtelfinale Paraguay–Frankreich am 4. Juli 2026. Die Kommentare verbreiteten sich rasch international und stießen auf breite Kritik. In Asunción distanzierte sich die Regierung umgehend: In einer offiziellen Erklärung hieß es, die Aussagen widersprächen den Werten des Landes. Die Senatorin löschte ihre Beiträge; in Paraguay entbrannte eine Debatte über politische Verantwortung und Grenzen der Redefreiheit, die weit über den Sport hinausreicht.
In Frankreich bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen öffentlicher Beleidigung und Anstiftung zu Hass. Parallel brachte die FFF Strafanzeige auf den Weg. Ferrari betonte, der Rechtsstaat müsse solche Fälle konsequent verfolgen; zugleich gelte es, Spieler vor gezielten Entgleisungen in digitalen Räumen besser zu schützen. Verbände und Vereine beobachten die Verfahren aufmerksam, weil mögliche Entscheidungen Signalwirkung für den Umgang mit rassistischen Ausfällen im internationalen Kontext haben könnten.
Diplomatisch blieb der Ton zwischen Paris und Asunción kontrolliert. Nach Angaben der Ministerin wurde die Entschuldigung auf offiziellem Weg übermittelt, verbunden mit der Zusicherung, die Vorgänge intern zu prüfen. Ob die Senatorin partei- oder mandatsrechtliche Konsequenzen zu erwarten hat, ist offen. In Frankreich wiederum wird der Fall auch als innenpolitische Mahnung gelesen: Der Umgang mit prominenten Sportlern im Netz, die Rolle gewählter Amtsträger und der Schutz vor rassistischen Attacken stehen erneut auf der Agenda.
Sportlich richtet sich der Fokus nun auf das Viertelfinale Frankreich–Marokko am 9. Juli 2026. Die Kontroverse hat die Vorbereitung der Équipe Tricolore medial begleitet, doch aus dem Umfeld des Teams heißt es, man konzentriere sich auf das Turnier. Unabhängig vom Ausgang der Partie dürfte die Affäre nachwirken: Erwartet werden weitere Stellungnahmen beider Regierungen sowie Ergebnisse der laufenden Ermittlungen. Für Verbände und Politik stellt der Fall einen Test dar, wie effektiv internationale Kooperation und nationales Recht gegen grenzüberschreitende Hetze greifen.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Monde
  • Associated Press
  • L'Équipe