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Patrick Duval · 19.07.2026

Nathalie Iannetta blickt vor dem WM-Finale auf Bilder, Lieder und große Tore zurück

East Rutherford – 19.07.2026: Bevor die Weltmeisterschaft 2026 mit dem 104. Spiel ihren sportlichen Schlusspunkt erhält, richtet Nathalie Iannetta den Blick weg von Taktiktafeln und Ergebnislisten. Die Sportdirektorin von Radio France erzählt in einem persönlichen WM-Fotoalbum von dem, was zwischen den Anpfiffen haften bleibt: Anhänger auf den Rängen, Gesänge in den Straßen, erschöpfte Helfer, Freudentränen und Bilder, die kein Tabellenstand vollständig erklären kann.

Der Rahmen ist gewaltig. Das Turnier begann am 11. Juni 2026 und ist die erste Männer-WM mit 48 Mannschaften und 104 Partien. Gastgeber sind Kanada, Mexiko und die Vereinigten Staaten. Am Sonntag, 19. Juli 2026, steht im New York New Jersey Stadium in East Rutherford das Finale zwischen Spanien und Argentinien an. Der Anpfiff ist für 15.00 Uhr Ortszeit angesetzt.

Iannettas Rückschau setzt nicht beim Pokal an, sondern bei der Bewegung rund um das Spiel. Sie beschreibt eine Weltmeisterschaft, die sich aus vielen kleinen Szenen zusammensetzt: Menschenmengen, die durch Stadiongänge strömen, Stimmen, die sich zu Sprechchören verdichten, und die stille Erschöpfung nach langen Turniertagen. Gerade in einem Wettbewerb mit Rekordumfang werden diese Zwischenräume zum eigenen Wettbewerb gegen Zeit, Hitze, Distanz und Erwartung.

Auch die Ruderer, die in ihrem Album auftauchen, stehen für diese andere Perspektive. Sie gehören nicht zum Kern des Spiels, doch sie markieren die enorme Logistik eines Turniers, das über drei Länder und 16 Austragungsorte verteilt ist. Die WM ist nicht nur eine Abfolge von Pässen und Duellen. Sie ist ein wandernder Kosmos aus Transportwegen, Sicherheitszonen, Fanmärschen, Medienplätzen und den vielen Arbeitsstunden hinter den Kulissen.

Natürlich bleibt der Fußball das Zentrum. Iannetta erinnert an außergewöhnliche Tore, an jene Momente, in denen ein Schuss das Stadion für Sekunden aus der Zeit hebt. Solche Treffer sind im Rückblick mehr als statistische Ereignisse: Sie bündeln Risiko, Technik und Mut in einer einzigen Bewegung. Doch ihre Wirkung entsteht erst durch das Echo ringsum – den Aufschrei, das ungläubige Schweigen, die Hände vor den Gesichtern.

Dass auch Tränen Teil dieser Auswahl sind, passt zur Dramaturgie eines langen Turniers. Für manche Mannschaften bedeuteten wenige Zentimeter, eine Parade oder ein Fehler das Ende eines jahrelangen Projekts. Für andere öffnete sich ein Weg, den sie zuvor kaum für möglich gehalten hatten. Iannettas Album hält damit nicht nur Siegerbilder fest, sondern auch die Verletzlichkeit, die hinter jedem großen Fußballabend liegt.

Vor Spanien gegen Argentinien liefert diese Rückschau deshalb keinen Ersatz für das Finale, sondern dessen menschlichen Unterbau. Wenn am Abend von East Rutherford der Weltmeister feststeht, wird ein Ergebnis die Chronik abschließen. In Erinnerung bleiben aber ebenso die Stimmen, Gesten und Gesichter eines Monats, in dem Fußball weit über die 90 Minuten hinaus erzählt wurde.

Quellen

  • FIFA: Offizieller Spielplan und Finalseite der Weltmeisterschaft 2026
  • Franceinfo: Beitrag von Nathalie Iannetta zum Fotoalbum der Weltmeisterschaft 2026