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NEWSDESK · 16.07.2026

Nazaré rückt mit Riesenwellen erneut in den Fokus des Surfsports

Nazaré – 16.07.2026: Ein aktueller Bericht des französischen Senders Franceinfo richtet den Blick auf Nazaré, den portugiesischen Küstenort, der international für außergewöhnlich hohe Atlantikwellen bekannt ist. Im Mittelpunkt steht Praia do Norte nördlich des Ortszentrums. Dort treffen bei passender Wetterlage kräftige Dünungen auf besondere Bedingungen am Meeresboden. Das Revier zieht erfahrene Surfer aus zahlreichen Ländern an, darunter auch Sportler aus Frankreich.

Die Ursache für die großen Wellen liegt im Nazaré-Canyon. Diese Unterwasserschlucht verläuft bis nahe an die Küste und verändert die ankommende Dünung aus westlicher Richtung. Nach Angaben der portugiesischen Tourismusbehörde kann der Canyon bis zu 5.000 Meter tief sein; seine Struktur bündelt und verstärkt die Energie der Wellen. So entstehen vor Praia do Norte Bedingungen, die sich deutlich von vielen anderen Stränden der portugiesischen Westküste unterscheiden.

Die Wellen von Nazaré sind nicht dauerhaft gleich hoch. Entscheidend sind unter anderem Wind, Strömung, Gezeiten und die Stärke der Dünung im Atlantik. Besonders eindrucksvolle Bedingungen werden in der Regel während der stürmischeren Jahreszeit beobachtet. Im Sommer bleibt der Ort zwar ein Ziel für Wassersport und Küstentourismus, doch die extremen Wellen, für die Nazaré berühmt wurde, sind an seltene und schwer kalkulierbare Konstellationen gebunden.

Für den professionellen Großwellensport ist Praia do Norte deshalb kein gewöhnlicher Surfspot. Die portugiesische Tourismusbehörde weist darauf hin, dass der Strand nicht beaufsichtigt wird und die raue See für Badende gefährlich sein kann. Surfer, die dort große Wellen ansteuern, arbeiten üblicherweise mit Sicherungsteams, Wasserfahrzeugen und genauer Beobachtung der Wetter- und Seelage. Das Surfen auf solchen Wellen verlangt besondere Erfahrung und abgestimmte Rettungsabläufe.

Nazaré erhielt weltweit zusätzliche Aufmerksamkeit, als der Hawaiianer Garrett McNamara dort im November 2011 eine etwa 30 Meter hohe Welle ritt. Die Fahrt wurde damals bei den Billabong XXL Global Big Wave Awards ausgezeichnet und prägte das internationale Bild des Ortes. Die Höhe einzelner Wellen ist allerdings je nach Messmethode und Bewertung schwer vergleichbar. Fest steht, dass Nazaré zu den prominentesten Schauplätzen des Großwellensurfens gehört.

Der Ort profitiert wirtschaftlich von seiner Bekanntheit weit über den engeren Kreis des Leistungssports hinaus. Zuschauer, Medien, Fotografen und Reisende besuchen die Klippen und Aussichtspunkte rund um das Fort São Miguel Arcanjo, von denen sich Praia do Norte überblicken lässt. Neben dem Surfen bleiben auch Fischerei, Gastronomie und die traditionelle Küstenkultur wichtige Bestandteile von Nazaré. Die touristische Anziehungskraft verbindet damit Naturphänomen, Sport und regionale Wirtschaft.

Der neue Bericht aus Frankreich zeigt vor allem, warum Nazaré für europäische Surfer eine besondere Anziehungskraft besitzt: Der Ort liegt vergleichsweise nah zu Frankreich, bietet aber Bedingungen, die nur wenige Küstenabschnitte in dieser Form erzeugen. Für Besucher gilt dennoch, zwischen Aussichtstourismus und Risikosport zu unterscheiden. Die gewaltige Brandung ist ein spektakuläres Naturereignis, aber kein Bereich für unvorbereitete Wassersportler.

Quellen

  • Franceinfo
  • Turismo de Portugal
  • World Surf League