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Jean-Paul Huber · 04.06.2026

Nepal: Bergführer Hillary Dawa Sherpa nach sechs Tagen am Mount Everest lebend gefunden

Kathmandu – 04.06.2026: Der nepalesische Bergführer Hillary Dawa Sherpa ist nach sechs Tagen des Verschwindens am Mount Everest lebend gefunden worden. Er war am 29. Mai während des Abstiegs vom Gipfel des Everest verschwunden und wurde am 4. Juni nahe dem Basislager entdeckt.

Sherpa, 52 Jahre alt und für das Unternehmen Himalayan Traverse tätig, hatte zusammen mit einem polnischen Kletterer den Gipfel erreicht. Während des Abstieg wurde er zuletzt im Bereich des sogenannten "Yellow Band" auf etwa 7.200 Metern Höhe gesehen, einem steilen felsigen Abschnitt des Berges. Sein Begleiter erreichte das Basislager sicher, doch von Sherpa fehlte zunächst jede Spur.

Die Suche nach dem erfahrenen Bergführer gestaltete sich äußerst schwierig. Trotz des Einsatzes von Hubschraubern und Suchteams, darunter das Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC), das sich für die Sauberhaltung und Sicherheit auf dem Everest einsetzt, blieb Sherpa vorerst unauffindbar. Am 4. Juni entdeckte ein SPCC-Team den erschöpften Sherpa, der sich mühsam in Richtung Basislager bewegte. Nach seiner sofortigen medizinischen Versorgung wurde er per Hubschrauber ins HAMS Hospital in Kathmandu gebracht.

Die Nachricht von seinem Überleben löste große Erleichterung bei seiner Familie aus, die bereits Trauerrituale vorbereitet hatte. Seine Frau, Damu Sherpa, äußerte ihre Dankbarkeit: „Wir sind unendlich dankbar, dass er gefunden wurde. Wir hatten alle die Hoffnung fast aufgegeben.“

In der nepalesischen Bergsteiger-Community wird Hillary Dawa Sherpas Überleben als außergewöhnliches Wunder gewertet. Ang Tshering Sherpa, eine bekannte Persönlichkeit dieser Gemeinschaft, sagte dazu: „Ein Überleben unter solch extremen Bedingungen über mehrere Tage ist außergewöhnlich.“

Hillary Dawa Sherpa befindet sich weiterhin in Behandlung, sein Zustand wird als stabil beschrieben. Sein Fall wirft jedoch ein Licht auf die erheblichen Risiken, denen Bergführer und Kletterer am höchsten Berg der Welt ausgesetzt sind – trotz moderner Ausrüstung und Rettungstechnologien.

Die Ereignisse könnten die Diskussionen über Sicherheitsmaßnahmen und Rettungsstrategien am Mount Everest neu entfachen. Besonders die Reaktionszeiten der Suchteams und die Herausforderungen bei Rettungsaktionen in großer Höhe stehen aktuell im Fokus. Die Behörden und Rettungsorganisationen könnten dadurch angeregt werden, ihre Konzepte zu überarbeiten, um die Sicherheit für alle Bergsteiger künftig zu verbessern.

Der Fall von Hillary Dawa Sherpa verdeutlicht eindrücklich, wie wichtig Vorbereitung, Erfahrung und auch Glück sind, um die Gefahren des Everest zu überstehen. Gleichzeitig stellt er einen Hoffnungsschimmer für die Rettung vermisster Bergsteiger dar und erinnert an die kontinuierlichen Anstrengungen nepalesischer Rettungsteams, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten.

Quellen

  • AP News
  • The Guardian
  • The Straits Times