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Daniel Ivers · 12.07.2026

Neue Festnahme nach Tod von Ann Widdecombe in Devon

Haytor Vale – 11.07.2026: Im Mordfall um die frühere britische Abgeordnete Ann Widdecombe ist ein 28 Jahre alter Mann festgenommen worden. Die Polizei griff am Samstagabend in South Yorkshire zu, mehr als 300 Kilometer von Widdecombes Wohnort am Rand des Dartmoor-Nationalparks entfernt. Die Festnahme erfolgte wegen des Verdachts des Mordes; die Ermittlungen der Devon and Cornwall Police dauern an.

Widdecombe, 78 Jahre alt, war am Donnerstag tot in ihrem abgelegenen Haus in Haytor Vale in der Grafschaft Devon aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei hatte sie schwere Verletzungen erlitten. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie am Mittwoch gegen 12.30 Uhr angegriffen wurde. Besorgte Bekannte hatten Alarm geschlagen, nachdem sie einen geplanten Fernsehtermin am Mittwochnachmittag nicht wahrgenommen hatte.

Der neue Zugriff folgt auf eine Entwicklung, die den Fall bereits am Samstag verändert hatte: Ein 26-Jähriger, der am Freitag in der Nähe des Tatorts wegen Mordverdachts festgenommen worden war, kam wieder frei. Nach Polizeiangaben gehört er nicht mehr zum Kreis der Personen, gegen die ermittelt wird. Weitere Angaben zu ihm oder den Umständen seiner Entlassung machten die Behörden nicht.

Bei der Festnahme des 28-Jährigen unterstützten Spezialkräfte mit Erfahrung in der Terrorismusbekämpfung die örtliche Polizei. Einen terroristischen Hintergrund sehen die Ermittler nach ihrem bisherigen Kenntnisstand jedoch nicht. Auch Hinweise auf ein politisches Motiv lägen nicht vor. Die Polizei betont, sie arbeite mit hohem Tempo an der Aufklärung und sehe derzeit keine besondere Gefahr für die Öffentlichkeit.

Ann Widdecombe gehörte von 1987 bis 2010 dem britischen Unterhaus an. Die konservative Politikerin wurde später auch durch Fernsehauftritte einem breiteren Publikum bekannt. Zuletzt war sie Mitglied der Partei Reform UK und eine entschiedene Befürworterin des Brexit. Ihr Tod hat in Großbritannien Bestürzung ausgelöst, auch weil Angriffe auf Mandatsträger im Land seit Jahren als besondere Bedrohung wahrgenommen werden.

Die Ermittler haben bislang weder einen möglichen Ablauf der Tat noch ein Motiv öffentlich benannt. Unklar ist auch, ob Widdecombe ihren mutmaßlichen Angreifer kannte. Die Polizei bittet um Hinweise, hält sich zu Spuren und weiteren Ermittlungsmaßnahmen aber zurück. Für Angehörige und das Umfeld der Verstorbenen bedeutet das: Viele Fragen bleiben offen, während die Suche nach einer belastbaren Rekonstruktion der Ereignisse weitergeht.

Der Fall steht unter besonderer Beobachtung, weil in Großbritannien in den vergangenen Jahren zwei amtierende Abgeordnete getötet wurden: Jo Cox im Jahr 2016 und David Amess im Jahr 2021. Die Behörden vermeiden bislang jede Verbindung zu diesen Taten. Entscheidend bleibt nun, welche Beweise die Mordkommission nach der neuen Festnahme sichern und prüfen kann.

Quellen

  • Associated Press
  • ITV News
  • Devon and Cornwall Police