Cagnac-les-Mines – 16.07.2026: Im Fall der seit Dezember 2020 verschwundenen Krankenpflegerin Delphine Aussaguel haben Ermittler im Tarn neue Suchmaßnahmen begonnen. Nach Angaben von Franceinfo konzentrieren sich Gendarmen auf ein Gelände in der Nähe des früheren Wohnhauses des Ehepaars in Cagnac-les-Mines. Cedric Jubillar, der Ehemann der Vermissten, befindet sich demnach vor Ort und begleitet die Einsatzkräfte.
Auslöser der erneuten Suche sind schriftliche Erklärungen Cedric Jubillars, über die Anfang Juli berichtet wurde. Darin räumte er nach Medienangaben seine Verantwortung für den Tod seiner Ehefrau ein und erklärte sich bereit, mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Die Suche soll nun prüfen, ob seine Angaben zu einem Fundort führen können. Ein Fund wurde bislang nicht offiziell bekanntgegeben.
Delphine Aussaguel verschwand in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2020 aus ihrem Haus in Cagnac-les-Mines bei Albi. Trotz zahlreicher Ermittlungsmaßnahmen wurde ihr Leichnam bis heute nicht gefunden. Der Fall zählt zu den aufwendigsten und meistbeachteten Kriminalverfahren der vergangenen Jahre in Frankreich. Frühere Suchaktionen umfassten unter anderem Waldstücke, ehemalige Industrieflächen und weitere Orte in der Umgebung.
Cedric Jubillar war im Oktober 2025 vom Schwurgericht des Départements Tarn wegen Mordes an seiner Ehefrau zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die neue Entwicklung kann für das weitere Verfahren bedeutsam sein, weil die genaue Lage des Leichnams bislang ungeklärt blieb. Über einen möglichen Berufungstermin und konkrete Folgen der jüngsten Angaben machten die vorliegenden Berichte keine neuen amtlichen Angaben.
Die Gendarmerie und die Justiz äußerten sich zunächst nicht öffentlich zu Umfang, Dauer und genauer Lage der laufenden Arbeiten. Deshalb bleibt offen, welche Hinweise die Ermittler tatsächlich überprüfen und ob die Aktion auf einen einzelnen Bereich begrenzt ist. Auch zur Rolle von Cedric Jubillar während des Einsatzes liegen keine weitergehenden gesicherten Informationen vor.
Für die Angehörigen von Delphine Aussaguel könnte eine erfolgreiche Suche nach fast sechs Jahren Gewissheit schaffen. Zugleich wäre ein möglicher Fund ein wichtiger neuer Sachbeweis in einem Verfahren, das lange ohne Leichnam auskommen musste. Die Ermittlungen dauern an; bis zu einer offiziellen Mitteilung der zuständigen Behörden ist Zurückhaltung bei Spekulationen über den Ausgang der Suchaktion geboten.
Die aktuellen Maßnahmen unterstreichen, dass der Fall auch nach dem erstinstanzlichen Urteil nicht abgeschlossen ist. Entscheidend wird sein, ob die nun überprüften Angaben durch Spuren oder andere objektive Belege bestätigt werden. Erst ein offizieller Befund der Justiz oder der Gendarmerie kann klären, ob die Suche tatsächlich zu Delphine Aussaguel führt.
Quellen
- Franceinfo-RSS
- La Depeche du Midi
- TF1 Info