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NEWSDESK · 11.06.2026

Papst Leo XIV. besucht Kanarische Inseln und mahnt zur Verantwortung im Migrationsdrama

Las Palmas de Gran Canaria – 11.06.2026: Papst Leo XIV. ist heute auf den Kanarischen Inseln eingetroffen, um auf die humanitäre Krise der Migranten aufmerksam zu machen. Seine Reise begann mit einem Besuch im Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria, einem der Hauptankunftspunkte für Migranten, die die gefährliche Atlantikroute aus Westafrika nehmen. Dort traf er Migranten, Helfer und Freiwillige und hielt eine bewegende Ansprache. Der Papst kritisierte die internationale Gemeinschaft scharf und forderte ein Umdenken im Umgang mit dem Migrationsdrama. Er appellierte an die Herkunftsländer, Bedingungen für Frieden, Gerechtigkeit und Entwicklung zu schaffen, an die Transitländer, Migranten zu schützen und sie nicht kriminellen Netzwerken zu überlassen, und an Europa, das Mittelmeer nicht als Friedhof zu akzeptieren. Zudem rief er zu effektiver und beharrlicher internationaler Zusammenarbeit auf.

Im Anschluss besuchte der Papst die Kathedrale Santa Ana in Las Palmas de Gran Canaria, wo ihm die Bürgermeisterin den goldenen Stadtschlüssel überreichte. Am Nachmittag feierte er eine Messe im Estadio de Gran Canaria, zu der etwa 40.000 Gläubige erwartet wurden.

Am 12. Juni wird Papst Leo XIV. nach Teneriffa reisen. Dort ist ein Besuch des Aufnahmezentrums Las Raíces in La Laguna geplant, gefolgt von einer Veranstaltung auf der Plaza del Cristo, bei der Integrationsinitiativen für Migranten im Mittelpunkt stehen. Den Abschluss seiner Reise bildet eine Messe im Hafen von Santa Cruz de Tenerife.

Der Besuch des Papstes auf den Kanarischen Inseln ist historisch bedeutsam, da erstmals ein amtierender Papst die Inselgruppe besucht. Papst Leo XIV. möchte mit seiner Reise das Augenmerk auf die humanitäre Krise der Migranten lenken und die internationale Gemeinschaft zur Verantwortung ziehen.

Die Kanarischen Inseln sind ein wichtiger Ankunftsort für Migranten, die die gefährliche Atlantikroute aus Westafrika nehmen. Im Jahr 2024 erreichten fast 50.000 afrikanische Bootsflüchtlinge die Inseln. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Jahr 2025 über 1.170 Migranten auf dieser Route ums Leben gekommen oder gelten als vermisst.

Während seiner Ansprache betonte der Papst die Dringlichkeit, das Mittelmeer nicht als Massengrab zu akzeptieren. Er brachte ein Blumengebinde zum Meer, um den Tausenden von Migranten zu gedenken, die auf der Atlantikroute starben. Seine Botschaft richtete sich gegen die Gleichgültigkeit und betonte die Notwendigkeit von Solidarität und konkretem Handeln.

Mit seinem Besuch unterstreicht Papst Leo XIV. die zentrale Rolle der Kanarischen Inseln im europäischen Migrationsgeschehen und sendet ein starkes Signal der Menschlichkeit und Mitverantwortung für die Flüchtlinge und Migranten, die täglich ihr Leben riskieren.

Quellen

  • Vatican News
  • El País
  • Die Presse