Paris – 09.06.2026: Der französische Sänger und Schauspieler Patrick Bruel steht erneut im Fokus schwerwiegender Anschuldigungen. Zwei Frauen haben Ende Mai und Anfang Juni 2026 bei der Staatsanwaltschaft von Nanterre Strafanzeige wegen sexueller Übergriffe gegen ihn erstattet, die auf die Jahre 2000 und 2008 zurückgehen. Eine der Klägerinnen, eine ehemalige Miss Alsace, beschuldigt Bruel, sie im April 2008 vergewaltigt zu haben. Die andere, eine Physiotherapeutin namens Séverine, wirft ihm vor, sie im Mai 2000 sexuell missbraucht zu haben.
Die Anzeigen wurden am 27. Mai beziehungsweise am 3. Juni 2026 eingereicht. Am 8. Juni 2026 wurde Bruel daraufhin vorläufig festgenommen, um zu den Vorwürfen durch die Polizei befragt zu werden. Der 67-Jährige bestreitet sämtliche Anschuldigungen ausdrücklich und betont, nie gegen den Willen einer Person gehandelt zu haben. Seine Anwälte kündigten eine umfassende Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden an, um die Unschuld ihres Mandanten zu belegen.
Ähnliche Vorwürfe gegen Bruel waren bereits im Jahr 2019 bekannt geworden, als zwei Frauen Anzeigen wegen sexueller Belästigung und versuchter Vergewaltigung erstatteten. Diese wurden jedoch Ende 2020 von der Staatsanwaltschaft Nanterre eingestellt.
Aktuell konzentrieren sich die Ermittlungen auf insgesamt 13 mutmaßliche Opfer, darunter neben den neuen Klägerinnen auch die Fernsehmoderatorin Flavie Flament. Flament erhebt bereits seit längerem den Vorwurf, Bruel habe sie im Jahr 1991 vergewaltigt.
Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der laufenden Ermittlungen hat Bruel angekündigt, seine geplante Konzerttournee abzusagen. So möchte er den Fokus auf die juristischen Verfahren legen und den betroffenen Personen Raum geben, ohne Ablenkungen durch seine öffentliche Präsenz.
Die Reaktionen in Frankreich sind geteilt. Einige fordern eine umfassende Aufklärung und unterstützen die mutmaßlichen Opfer, während andere auf die Unschuldsvermutung pochen und vor vorschnellen Urteilen warnen. Die Diskussion spiegelt die anhaltende Debatte in der französischen Gesellschaft über den Umgang mit Anschuldigungen sexueller Gewalt und den Schutz der Opfer wider.
Die Ermittlungen sind weiterhin im Gange. Für Bruel, dessen Karriere sich seit Jahrzehnten sowohl auf Musik als auch auf Film erstreckt, steht viel auf dem Spiel. Die kommenden Monate werden entscheiden, wie die Justiz mit den Vorwürfen umgeht und ob weitere Konsequenzen folgen.
Ungeachtet der Anklagen bleibt Bruels künstlerisches Werk in Frankreich präsent, doch der Fall stellt eine erhebliche Belastung für sein öffentliches Ansehen und sein Privatleben dar. Die Justiz wird nun klären müssen, ob es zu Anklagen und gegebenenfalls zu einem Prozess kommen wird.