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C. Hatty · 12.06.2026

Patrick Bruel wegen sexueller Übergriffe angeklagt – Anwältin bestreitet Vorwürfe

Paris – 12.06.2026: Patrick Bruel, der bekannte französische Sänger und Schauspieler, steht wegen schwerer Vorwürfe unter Anklage. Nach einer 48-stündigen Polizeigewahrsam wurde der 67-Jährige am 10. Juni 2026 in Nanterre mehreren Ermittlungsrichtern vorgeführt. Ihm werden Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, sexuelle Nötigung sowie sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Beschuldigungen beziehen sich auf mutmaßliche Vorfälle in den Jahren zwischen 2008 und 2019, die sich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien und der Schweiz ereignet haben sollen.

Bruel bestreitet sämtliche Anschuldigungen und wurde unter strengen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Diese beinhalten unter anderem Reisebeschränkungen, Kontaktverbote zu den mutmaßlichen Opfern, die Verpflichtung zu psychologischen Behandlungen sowie die Hinterlegung einer Kaution von 500.000 Euro. Weitere Ermittlungen werden derzeit geführt, darunter auch gegen ältere Vorwürfe, die möglicherweise verjährt sein könnten.

Die Anwältin von Bruel, Myriam Guedj Benayoun, erklärte, ihr Mandant weise alle Vorwürfe zurück und sei fest entschlossen, seine Unschuld zu beweisen. Sie wies außerdem darauf hin, dass die Entscheidung der Ermittlungsrichter, Bruel trotz der Schwere der Vorwürfe unter strengen Auflagen freizulassen, ein Signal für Opfer sexueller Übergriffe sei, deren Stimmen häufig ungehört bleiben.

Die Vorwürfe umfassen verschiedene Fälle: Darunter eine angebliche Vergewaltigung im Jahr 2008 in Neuilly-sur-Seine, eine versuchte Vergewaltigung 2010 in Brüssel sowie sexuelle Nötigung und Belästigungsvorwürfe aus dem Jahr 2019 in Perpignan und Ajaccio. Bruel wird zudem in vier weiteren Ermittlungsverfahren als sogenannter "assistierter Zeuge" geführt, das heißt, er ist dort nicht angeklagt, wird aber in die Untersuchungen einbezogen.

Die öffentliche Reaktion auf die Anklage ist deutlich spürbar. Bruel, der vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren mit Liedern wie "Casser la voix" und "Place des grands hommes" große Erfolge feierte, hat bereits alle für die kommenden Monate geplanten Auftritte in Frankreich und international abgesagt. Er wolle sich voll und ganz auf die juristischen Auseinandersetzungen konzentrieren.

In den vergangenen Jahren hat die französische Justiz vermehrt gegen sexuelle Übergriffe, insbesondere in der Kultur- und Unterhaltungsbranche, vorgegangen. Die #MeToo-Bewegung hat dabei eine wichtige Rolle gespielt, da sie vielen Opfern Mut machte, Vorfälle öffentlich zu machen und strafrechtlich zu verfolgen. Die Ermittlungen gegen Bruel stehen in diesem gesellschaftlichen Kontext und werfen Fragen zu Machtverhältnissen sowie zum Umgang mit Übergriffen in der Unterhaltungsindustrie auf.

Die französischen Behörden kündigten an, die Untersuchungen mit hoher Priorität voranzutreiben, um sowohl den mutmaßlichen Opfern als auch dem Angeklagten gerecht zu werden. Die Entwicklung dieses hochkarätigen Falls bleibt sowohl in der Kulturbranche als auch in der Öffentlichkeit aufmerksam zu verfolgen.

Quellen

  • Le Monde
  • AP News