Paris – 16.06.2026: Philippe Diallo, Präsident der Französischen Fußballföderation (FFF), hat das Schweigen der französischen Fußball-Nationalmannschaft im Fall des in Algerien inhaftierten Journalisten Christophe Gleizes verteidigt und betont, dass es den Spielern frei stehe, sich zu dem Fall zu äußern oder nicht. Diese Erklärung kam, nachdem Angehörige von Gleizes, der seit Juni 2025 in Algerien inhaftiert ist, auf öffentliche Unterstützung durch prominente Spieler wie Kylian Mbappé gehofft hatten.
Christophe Gleizes, ein französischer Sportjournalist, wurde im Juni 2025 in Algerien festgenommen und später wegen "Verherrlichung von Terrorismus" sowie "Besitz von Veröffentlichungen zum Zweck der Propaganda gegen das nationale Interesse" zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit seinen Recherchen zum algerischen Fußballverein Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK).
Die Familie von Gleizes, vor allem seine Mutter und sein Stiefvater, hatte wiederholt um Unterstützung gebeten und gehofft, dass Persönlichkeiten des französischen Fußballs öffentlich Stellung beziehen würden. Bislang gab es jedoch keine öffentliche Reaktion der Nationalspieler.
Trotzdem hat die FFF ihre Solidarität mit Gleizes zum Ausdruck gebracht. Bereits im Dezember 2025 wurde ein großes Porträt des Journalisten an der Fassade des Pariser Hauptsitzes der Föderation angebracht. Philippe Diallo erklärte damals, die FFF setze sich für die Freilassung Gleizes’ ein, um die Grundwerte der Demokratie und insbesondere die Pressefreiheit zu verteidigen.
Die Lage hat sich für Gleizes jedoch verschärft. Ein Berufungsverfahren im Dezember 2025 führte zu einer Erhöhung seiner Haftstrafe auf zehn Jahre. Die Familie und Unterstützer hoffen weiterhin auf eine diplomatische Lösung sowie eine mögliche Begnadigung durch die algerischen Behörden.
Ein starkes Signal der Unterstützung kam von der FIFA, die Gleizes symbolisch eine Akkreditierung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausstellte. Diese Geste wurde von Organisationen wie Reporters ohne Grenzen als deutliches Zeichen der Solidarität gewertet.
Der Fall Gleizes bleibt ein sensibles Thema, das sowohl in der französischen Fußballgemeinschaft als auch auf internationaler Ebene für Aufmerksamkeit sorgt. Die Frage nach der Rolle von Sportlern in politischen und gesellschaftlichen Debatten rückt hierbei erneut in den Fokus, während die Familienangehörigen und Unterstützer unvermindert auf eine positive Wendung hoffen.
Durch das öffentliche Engagement der FFF und die symbolische Unterstützung der FIFA wird der Druck auf die algerischen Behörden aufrechterhalten, zugleich wird aber auch die Entscheidungsfreiheit der Spieler respektiert. Der Fall von Christophe Gleizes steht damit weiterhin im Spannungsfeld zwischen Sport, Meinungsfreiheit und internationaler Diplomatie.
Quellen
- Le Monde
- FFF
- Europe1
- 20 Minutes