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Patrick Duval · 19.07.2026

Pogacar und Vingegaard vor Bergetappe nachts kontrolliert

Champagnole – 19.07.2026: Die Nacht vor einer Schlüsselprüfung der Tour de France wurde für Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard ungewöhnlich kurz. Die beiden Erstplatzierten der Gesamtwertung wurden nach Angaben von Franceinfo vor dem Start der 15. Etappe zu Dopingkontrollen geweckt. Statt Regeneration stand damit in den Stunden vor der großen Alpenetappe ein verpflichtender Termin im Zeichen des Anti-Doping-Programms an.

Für Pogacar von UAE Team Emirates-XRG und Vingegaard von Visma-Lease a Bike fällt der Vorgang in einen besonders sensiblen Moment der Rundfahrt. Die 15. Etappe führt am Sonntag, 19. Juli 2026, über 183,9 Kilometer von Champagnole zum Plateau de Solaison in Haute-Savoie. Der Veranstalter weist die Prüfung als Bergetappe aus; das Zielplateau erlebt dabei seine erste Ankunft bei der Tour de France.

Im Radsport ist Schlaf kein Nebenthema, erst recht nicht vor einem langen Tag mit wiederholten Belastungsspitzen. Jede Stunde zwischen Massage, Abendessen und Weckruf gehört zum sorgfältig getakteten Ablauf der Teams. Eine Kontrolle in der Nacht verschiebt diesen Rhythmus. Sie ist jedoch kein sportlicher Vorwurf gegen die betroffenen Fahrer, sondern Teil eines Kontrollsystems, das Spitzenathleten gerade während großer Rundfahrten eng begleitet.

Die Union Cycliste Internationale hat für die Tour besondere Maßnahmen gegen Doping und technischen Betrug angekündigt. Die operative Anti-Doping-Arbeit wird im Radsport von der International Testing Agency begleitet. Kontrollen können sowohl vor als auch nach Etappen erfolgen. Für die Mannschaften bedeutet das: Auch der Alltag eines Favoriten bleibt während drei Wochen Tour jederzeit durch formale Pflichten unterbrochen.

Sportlich erhöht die Kulisse die Spannung, ohne den Ausgang der Etappe vorwegzunehmen. Pogacar und Vingegaard sind die Fixpunkte im Kampf um Gelb, doch die Straße zum Plateau de Solaison verlangt mehr als eine direkte Beschleunigung der beiden Stars. Helfer müssen eine Ausreißergruppe kontrollieren, Verpflegung und Kräfte einteilen, das Tempo vor den entscheidenden Anstiegen dosieren. Erst in der Schlussphase wird sichtbar werden, wer auf die nächtliche Unterbrechung am besten reagieren konnte.

Die Lage am Berg ist zudem meteorologisch und taktisch fordernd. Die UCI hatte wegen hoher Temperaturen bereits Schutzmaßnahmen für die Gesundheit der Fahrer auf dieser Tour angekündigt. Damit wachsen die Anforderungen an Flüssigkeitsversorgung, Kühlung und Belastungssteuerung. Auf einer Etappe dieser Länge können kleine Defizite früher am Tag später in Minuten oder verlorenen Positionen münden.

Ein Ergebnis lässt sich aus den Kontrollen selbstverständlich nicht ableiten. Sie verändern weder Zeitabstände noch Platzierungen und sind kein Bestandteil der sportlichen Wertung. Aber sie geben diesem Sonntag eine zusätzliche, stille Szene: Zwei Rivalen, nachts aus dem Schlaf geholt, wenige Stunden später wieder im grellen Licht des Feldes – auf dem Weg zu einem Anstieg, der die Tour neu ordnen kann.

Quellen

  • Franceinfo
  • Tour de France
  • Union Cycliste Internationale
  • Praefektur Haute-Savoie