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NEWSDESK · 22.06.2026

Prozess gegen 15 Personen im Fall des Marché du Soleil in Marseille

Marseille – 22.06.2026: Vom 22. bis 26. Juni 2026 wird vor dem Strafgerichtshof von Marseille ein Prozess gegen 15 Personen stattfinden, die im Zusammenhang mit dem Marché du Soleil wegen des Verkaufs von Fälschungen und Korruption angeklagt sind. Unter den Angeklagten befinden sich drei städtische Polizeibeamte und eine Beamtin der Präfektur der Bouches-du-Rhône, die wegen aktiver und passiver Korruption sowie Amtsmissbrauchs vor Gericht stehen. Diese Beamten wurden vorab unter Auflagen freigelassen und von ihren Dienstpflichten suspendiert.

Der Marché du Soleil, ein über 3.000 Quadratmeter großer überdachter Markt im Zentrum von Marseille, wurde Anfang Februar 2026 von der Präfektur für sechs Monate geschlossen. Diese Maßnahme basierte auf der neuen Gesetzgebung zur Bekämpfung des Drogenhandels, die auch Verdachtsmomente des Geldwäsche einbezieht. Die Schließung erfolgte nach umfangreichen Ermittlungen, die zu einer Rekordbeschlagnahme von über 200.000 gefälschten Artikeln im Wert von fast 42 Millionen Euro führten.

Die beschlagnahmten Fälschungen umfassten hauptsächlich Etiketten (67 %), Schuhe (11 %), Kleidung (9 %) sowie Parfüms, Schmuck, Taschen und Mützen (jeweils 2 %). Bei den Durchsuchungen wurden auch versteckte Aufbewahrungsorte wie falsche Decken und Falltüren entdeckt, die zur Lagerung der Fälschungen dienten. Zudem fanden die Ermittler zwei Transferpressen und fünfzehn Nähmaschinen, die zur Anbringung von Markennamen verwendet wurden.

Die Ermittlungen führten zur Anklage von 18 Personen, darunter 15 Händler und drei städtische Polizeibeamte. Die Beamten sollen gefälschte Waren erhalten haben, um Informationen über bevorstehende Kontrollen weiterzugeben. Diese vier Beamten wurden unter Auflagen freigelassen und von ihren Dienstpflichten suspendiert.

Die Behörden betonten die Bedeutung dieser Maßnahmen im Kampf gegen die Fälschungsindustrie und die damit verbundenen illegalen Aktivitäten. Die Schließung des Marché du Soleil und die laufenden Ermittlungen sollen ein deutliches Signal gegen solche Praktiken setzen und die Integrität der städtischen Institutionen schützen.

Der Prozess wird mit Spannung erwartet, da er nicht nur die Verantwortlichen für den Verkauf von Fälschungen zur Rechenschaft ziehen soll, sondern auch die Rolle von Beamten im öffentlichen Dienst in solchen Fällen beleuchtet. Die Öffentlichkeit hofft auf ein gerechtes Verfahren und eine abschließende Klärung der Vorwürfe.

Die Schließung des Marché du Soleil und die laufenden Ermittlungen haben in der Region für Aufsehen gesorgt und werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen im Kampf gegen Fälschungen und Korruption. Die Behörden setzen auf Prävention und Aufklärung, um solche illegalen Aktivitäten künftig zu verhindern und das Vertrauen der Bürger in die öffentlichen Institutionen zu stärken.