Paris – 19.07.2026: Die unter dem Kürzel PTC bekannte Droge rückt erneut in den Fokus der Gesundheitsaufklärung. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich in der Regel kein pflanzliches Cannabis, sondern ein synthetisches Cannabinoid. Diese im Labor hergestellten Stoffe ahmen bestimmte Wirkungen von Cannabis nach, können aber deutlich stärker und wesentlich unvorhersehbarer wirken.
PTC wird häufig als Flüssigkeit für E-Zigaretten angeboten. Es kann außerdem auf getrocknete Pflanzenmischungen aufgesprüht oder als Pulver verkauft werden. Gerade die äußerlich unauffällige Form in einer Vape kann das Risiko erhöhen: Konsumierende wissen mitunter nicht zuverlässig, welche Substanz oder Konzentration enthalten ist. Zusammensetzung und Dosierung können von Charge zu Charge stark schwanken.
Drogues Info Service weist darauf hin, dass synthetische Cannabinoide stärker, gefährlicher und abhängigkeitserzeugender sein können als natürliches Cannabis. Als mögliche akute Folgen nennt die Fachstelle unter anderem Angstzustände, starke Unruhe, Reizbarkeit und Halluzinationen. Daneben sind schwere psychiatrische, Herz-Kreislauf- und Verdauungsbeschwerden möglich. Die Risiken lassen sich vor dem Konsum nicht verlässlich abschätzen.
Nach Angaben der interministeriellen Stelle MILDECA ist insbesondere die Gefahr einer Überdosierung erhöht. Eine solche Vergiftung kann lebensbedrohlich verlaufen. Die Behörden betonen zudem, dass die unterschiedlichen chemischen Varianten und ihre wechselnde Zusammensetzung die Kontrolle erschweren. Der Name PTC bezeichnet daher nicht zwingend eine einheitliche Substanz, sondern kann für verschiedene synthetische Wirkstoffe verwendet werden.
In Frankreich sind zahlreiche Stoffe aus dieser Gruppe als Betäubungsmittel eingestuft. Dennoch kann die schnelle Entwicklung neuer Moleküle den Gesundheits- und Strafverfolgungsbehörden Probleme bereiten. Die Fachinformationen raten deshalb dazu, E-Liquids und andere Produkte unbekannter Herkunft nicht zu konsumieren und keine E-Zigaretten mit anderen Personen zu teilen.
Bei Beschwerden nach dem Inhalieren eines unbekannten Produkts ist rasche medizinische Hilfe wichtig. Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Atemprobleme, starke Herzrasen oder ausgeprägte Verwirrtheit sind Notfallzeichen. Angehörige sollten in diesem Fall den Notruf 15 oder 112 wählen und, soweit möglich, Angaben zum verwendeten Produkt an Rettungskräfte oder medizinisches Personal weitergeben.
Für Jugendliche und Eltern bleibt die Aufklärung zentral, weil die Bezeichnung PTC in sozialen Gruppen und im Onlinehandel verharmlosend wirken kann. Die offiziellen Beratungsstellen empfehlen, bei Fragen zu Konsum, Abhängigkeit oder einer möglichen Vergiftung frühzeitig fachliche Hilfe einzuholen. Drogues Info Service ist in Frankreich anonym erreichbar und bietet neben Informationen auch eine telefonische Beratung an.
Quellen
- Franceinfo
- Drogues Info Service
- MILDECA