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Patrick Duval · 30.06.2026

Rätsel um Anastasiia Kirpichnikova: Start über 1 500 m in Saint-Étienne weiter ungewiss

Saint-Étienne – 30.06.2026: In der Schwimmhalle Raymond-Sommet rätselt das Publikum über eine der prominentesten Namen der Meldelisten. Noch ist unklar, ob Anastasiia Kirpichnikova, Spezialistin für die langen Freistilstrecken und Olympiavizemeisterin über 1 500 m von Paris 2024, bei den Championnats de France über ihre Paradestrecke startet. Die Athletin steht offiziell weiter in den Starterfeldern, doch konkrete Hinweise auf ihre Anreise oder einen finalen Startentscheid lagen bis Montagnachmittag nicht vor.

Aus dem Umfeld der Nationalmannschaft dringen widersprüchliche Signale. Teamkolleginnen und Betreuer verweisen auf fehlende Informationen, der Verband hat bislang keine Mitteilung veröffentlicht. Auch Trainer Philippe Lucas äußerte sich am Montag nicht verbindlich. Diese Lücke nährt Spekulationen, während die Organisatoren an den Meldelisten festhalten. Für die Meisterschaften, die vom 27. Juni bis 2. Juli 2026 in Saint-Étienne ausgetragen werden und als wichtiger Sichtungswettkampf für die anstehenden Europameisterschaften gelten, ist das mehr als eine Randnotiz.

Sportlich hätte ein Start Kirpichnikovas Gewicht. Die Langstreckenspezialistin gilt über 1 500 m als Maßstab, ihr Silber von 2024 und ihre Serie an nationalen und internationalen Podestplätzen verleihen ihr die Favoritenrolle. Bleibt sie fern, verschiebt sich die Kräfteverteilung: Die Konkurrenz erhielte die Chance auf einen Titel im langen Freistil ohne die nominelle Nummer eins, und die EM-Selektion müsste ohne den direkten Vergleich mit ihr auskommen. Für die Trainerstäbe wäre das ein Bewertungsfall, der Zwischenzeiten, Rennstruktur und Stabilität der Saisonsleistungen stärker in den Fokus rückt.

Parallel prägen andere Geschichten die Titelkämpfe: Frankreichs Topathlet Léon Marchand überzeugte mit Siegen und schnellen Zeiten, mehrere Kaderkräfte erfüllten die anvisierten Normen. Der Austragungsort Saint-Étienne meldet gute Auslastung und dichte Finalabende, was den sportlichen Gesamtwert des Meetings unterstreicht. Dennoch bleibt der Blick immer wieder auf die 1 500-m-Liste gerichtet – aus gutem Grund, denn die Entscheidung einer einzigen Athletin kann Finaltaktik, Tempogestaltung und Qualifikationsmatrix verändern.

Die Hintergründe der Unsicherheit sind nicht offiziell bestätigt. In Medienberichten ist seit dem Frühjahr von Kommunikationsproblemen zwischen Athletin, Umfeld und Verband die Rede. Solange weder die Fédération Française de Natation noch die Schwimmerin selbst Stellung nehmen, bleibt ihr Status schwebend. Für Aktive und Zuschauer heißt das: Bis zur letzten Abmeldemöglichkeit ist mit beiden Szenarien zu rechnen – einem hochklassigen Referenzrennen mit Kirpichnikova oder einem offenen Titelkampf, der neue Namen ins Rampenlicht rückt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Progrès
  • L'Equipe
  • Eurosport
  • Ville de Saint-Étienne