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Daniel Ivers · 30.06.2026

Regisseur Carl Erik Rinsch zu 30 Monaten Haft verurteilt – 11 Millionen Dollar Netflix-Gelder veruntreut

New York – 30.06.2026: Der britisch-niederländische Regisseur Carl Erik Rinsch ist am Montag in New York zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Ein Bundesrichter sah es nach dem bereits im Dezember 2025 gefällten Schuldspruch der Jury als erwiesen an, dass Rinsch Netflix um Millionen betrog und Gelder wusch. Der Streamingdienst hatte zwischen 2018 und 2020 erhebliche Vorschüsse für die Produktion einer Science-Fiction-Serie geleistet, die nie fertiggestellt wurde. Eine im März 2020 überwiesene Tranche von elf Millionen Dollar floss nach Feststellung des Gerichts nicht wie vorgesehen in die Produktion, sondern wurde auf private Konten umgeleitet.

Aus Ermittlungsakten geht hervor, dass die Mittel kurzfristig über mehrere Finanzvehikel verschoben wurden, bevor ein Großteil in einem persönlichen Depotkonto landete. Vor Gericht schilderten Zeugen riskante Investments und hochwertige Anschaffungen, die mit einem laufenden Serienprojekt nicht vereinbar seien. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die systematische Verschleierung belege die Absicht, Produktionsgelder für private Zwecke zu verwenden. Die Verteidigung bat um Milde und verwies auf berufliche Rückschläge und den Druck eines ambitionierten Projekts, konnte den Richter jedoch nicht überzeugen.

Rinsch wurde 2013 mit dem Kinofilm 47 Ronin einem internationalen Publikum bekannt. Für Netflix entwickelte er später das Projekt White Horse, später Conquest genannt. Der Konzern stellte nach eigenen Angaben umfangreiche Mittel bereit, um Drehbücher, Vorproduktion und Dreharbeiten zu finanzieren. Als sich trotz der Zahlungen der Produktionsfortschritt nicht wie vereinbart einstellte, dokumentierten Ermittler Kontobewegungen und Verträge. Die Beweisführung stützte sich auf Überweisungsbelege, Kontoauszüge und Aussagen von Branchenbeteiligten.

Mit dem Urteil reagierte das Gericht auf die von der Anklage geforderte spürbare Sanktion. Die Richterbegründung hob die Summe der fehlverwendeten Gelder, die planvolle Verschiebung von Mitteln und den Vertrauensbruch gegenüber dem Auftraggeber hervor. Netflix teilte über Medien mit, man habe die Ermittlungen unterstützt und setze zivilrechtliche Schritte fort. Aus Branchenkreisen heißt es, der Fall schärfe den Blick für Kontrollmechanismen bei großen Vorabzahlungen, etwa strengere Freigabeprozesse, engmaschigere Verwendungsnachweise und treuhänderische Produktionskonten.

Der Schuldspruch vom Dezember 2025 umfasste unter anderem Drahtbetrug und Geldwäsche. Das jetzt verkündete Strafmaß von 30 Monaten Haft markiert einen raren Präzedenzfall, in dem ein Kreativer wegen der Veruntreuung von Produktionsgeldern strafrechtlich belangt wird. Welche zivilrechtlichen Konsequenzen für Rinsch und beteiligte Firmen folgen, bleibt Gegenstand laufender Verfahren.

Quellen

  • Associated Press
  • The Guardian
  • CBS News
  • ABC News
  • Los Angeles Times
  • franceinfo