Aubenas – 16.07.2026: Nach schweren Gewittern vom Mittwoch stehen Teile der Ardèche im Zeichen der Schadensaufnahme. Besonders der Süden des Departements, darunter Bas-Vivarais und das Gebiet Coiron, wurde von Starkregen, hoher Blitzaktivität, heftigen Windböen und außergewöhnlich großem Hagel getroffen. Die Behörden sprechen örtlich von Körnern mit einem Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern.
Die Präfektur der Ardèche hatte vor dem Unwetter eine Warnung der zweithöchsten Stufe für Gewitter veröffentlicht. Nach dem Durchzug der Gewitterzellen wurden die staatlichen Dienste, Feuerwehrkräfte, Polizei und weitere Einsatzstellen mobilisiert. Sie prüfen Schäden, unterstützen Betroffene und sichern gefährdete Bereiche. Eine vollständige Bilanz zu Gebäuden, Fahrzeugen und landwirtschaftlichen Flächen lag am Donnerstagabend noch nicht vor.
Berichte aus dem besonders betroffenen Raum um Aubenas zeigen die Wucht des Hagels. Anwohner meldeten beschädigte Dächer und zerstörte oder stark beschädigte Windschutzscheiben. Die französische Wetterbehörde Météo-France bestätigte, dass am 15. Juli in der Ardèche teilweise sehr große Hagelkörner fielen. Landesweit wurden an diesem Tag mehr als 12.000 Blitzeinschläge registriert.
Hagel dieser Größe kann Dachziegel, Oberlichter, Fahrzeuge und empfindliche Kulturen in kurzer Zeit beschädigen. Er entsteht in hochreichenden Gewitterwolken, wenn starke Aufwinde Eisteilchen wiederholt nach oben tragen und anwachsen lassen. Erst wenn sie zu schwer werden, fallen sie zu Boden. Die örtliche Intensität solcher Gewitter kann selbst innerhalb weniger Kilometer stark variieren.
Das Ereignis war Teil einer Gewitterlage, die am Mittwoch weite Teile West- und Zentralostfrankreichs erfasste. Auch am Donnerstag, 16. Juli, erwartete Météo-France in vielen Regionen erneut teils kräftige Gewitter. Genannt wurden Starkregen, intensive elektrische Aktivität, Windböen von meist 80 bis 100 Stundenkilometern sowie weiterer Hagel mit zwei bis fünf Zentimetern Durchmesser.
Für die Ardèche bedeutet dies, dass die Einsatzkräfte neben der Schadenserfassung weiterhin auf mögliche neue Wettergefahren vorbereitet bleiben müssen. Bewohner beschädigter Häuser sollten lockere Dachteile und beschädigte Verglasungen nicht eigenständig sichern, wenn dabei Absturz- oder Verletzungsgefahr besteht. Bei erneuten Gewittern ist ein festes Gebäude der sicherste Aufenthaltsort; Bäume, Gewässer und ungeschützte Außenbereiche sollten gemieden werden.
Die Präfektur und Météo-France rufen dazu auf, die amtlichen Wetterinformationen und Anweisungen der lokalen Einsatzdienste zu beachten. Nach den schweren Schäden vom 15. Juli steht für die betroffenen Gemeinden nun zunächst die Sicherung von Gebäuden, Straßen und gefährdeten Anlagen im Vordergrund. Wie hoch der finanzielle Schaden ausfällt, ist derzeit noch offen.
Quellen
- Präfektur der Ardèche
- Météo-France
- Franceinfo