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Patrick Duval · 26.05.2026

Roland-Garros 2026: “Ich zitterte und schwitzte…” Wie “Lucky Losers” die Ungewissheit und das Warten vor ihrer möglichen Nachnominierung ins Hauptfeld bewältigen

Illustration Nachrichten.fr

Paris – 25.05.2026: Die Sonne brennt auf den roten Sandplatz von Court Simonne Mathieu, als Jesper de Jong, der 25-jährige Niederländer, sich auf sein erstes Grand-Slam-Match des Jahres vorbereitet. Als "Lucky Loser" ins Hauptfeld von Roland-Garros nachgerückt, hatte er die Chance, gegen den 41-jährigen Schweizer Stan Wawrinka zu spielen, der sich in seinem letzten Turnierauftritt in Paris von den Fans verabschieden wollte. Doch De Jong hatte andere Pläne.

Der Weg des Niederländers ins Hauptfeld war alles andere als gewöhnlich. Nach einer Niederlage in der letzten Qualifikationsrunde gegen den Amerikaner Michael Zheng rückte er aufgrund der Absage von Arthur Fils nach. "Ich zitterte und schwitzte…", gestand De Jong, als er von der Möglichkeit erfuhr, im Hauptfeld zu spielen. "Es war eine Mischung aus Nervosität und Aufregung."

Trotz der Nervosität zeigte De Jong im ersten Satz eine beeindruckende Leistung. Mit präzisen Grundschlägen und klugen Platzierungen sicherte er sich den ersten Satz mit 6:3. Wawrinka, der 2015 Roland-Garros gewonnen hatte, ließ sich jedoch nicht so leicht abschütteln. Er kämpfte sich zurück und gewann den zweiten Satz mit 6:3.

Die Partie blieb spannend, doch De Jong behielt die Oberhand. Mit einem weiteren 6:3 im dritten Satz und einem knappen 6:4 im vierten Satz sicherte er sich den Sieg und beendete damit Wawrinkas letzte Roland-Garros-Kampagne. "Es war ein emotionaler Moment für mich, gegen einen Spieler wie Stan zu gewinnen", sagte De Jong nach dem Match. "Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Karriere."

Für Wawrinka war es ein bewegender Abschied. Nach dem Match erhielt er stehende Ovationen von den Zuschauern und eine emotionale Video-Huldigung. "Ich habe alles für den Tennis gegeben und akzeptiere, dass es der richtige Zeitpunkt ist, weiterzugehen", sagte der dreifache Grand-Slam-Sieger.

De Jong, der in der Weltrangliste derzeit auf Platz 109 liegt, hat in den letzten Jahren stetig Fortschritte gemacht. Im Januar 2025 erreichte er in Montpellier seine erste ATP-Halbfinale und kletterte bis auf Platz 98 in der Weltrangliste. Seine Leistungen bei den Grand-Slam-Turnieren, darunter das Erreichen der zweiten Runde bei den Australian Open und Wimbledon, zeigen sein Potenzial auf der großen Bühne.

Der "Lucky Loser"-Status ist für viele Spieler eine zweite Chance. In der Regel werden Spieler, die in der letzten Qualifikationsrunde verlieren, als "Lucky Loser" ins Hauptfeld aufgenommen, wenn ein ursprünglich qualifizierter Spieler sich zurückzieht. Für De Jong war dies eine Gelegenheit, sich auf der größten Bühne des Tennis zu beweisen.

Mit diesem Sieg zieht De Jong in die zweite Runde von Roland-Garros ein und trifft dort auf den Sieger des Matches zwischen Alexander Zverev und Jack Draper. Es bleibt abzuwarten, ob er seine beeindruckende Leistung fortsetzen kann.