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NEWSDESK · 16.06.2026

Sanierung des Palace of Westminster: Kosten von bis zu 40 Milliarden Pfund und Dauer von bis zu 61 Jahren

London – 16.06.2026: Die umfassende Sanierung des Palace of Westminster, dem Sitz des britischen Parlaments, steht vor einer erheblichen Herausforderung. Ein aktueller Bericht des National Audit Office (NAO) geht davon aus, dass die Renovierungskosten bis zu 40 Milliarden Pfund betragen und sich über einen Zeitraum von bis zu 61 Jahren erstrecken könnten. Grundlage dieser Schätzung sind zwei unterschiedliche Sanierungsoptionen, die derzeit diskutiert werden.

Die erste Variante, bezeichnet als „Full Decant“, sieht vor, dass sowohl das House of Commons als auch das House of Lords während der gesamten Renovierungszeit aus dem Gebäude ausziehen. Diese Lösung würde zwischen 19 und 24 Jahre in Anspruch nehmen und Kosten von bis zu 15,6 Milliarden Pfund verursachen. Dadurch könnten die Arbeiten konzentrierter und effizienter durchgeführt werden.

Die zweite Option, bekannt als „Enhanced Maintenance and Improvement+“ (EMI+), beinhaltet eine schrittweise Sanierung, bei der Teile des Parlaments während der Bauphase weiterhin genutzt werden. Diese Methode erstreckt sich über einen Zeitraum von 38 bis 61 Jahren und wird mit Kosten von bis zu 39,2 Milliarden Pfund veranschlagt. Der Vorteil liegt in der Fortsetzung des Parlamentsbetriebs, doch die längere Bauzeit erhöht die Gesamtkosten beträchtlich.

Unabhängig von der Wahl der Sanierungsstrategie empfiehlt der Bericht eine erste Phase, die bis zu sieben Jahre dauert und mit rund 3 Milliarden Pfund veranschlagt ist. Diese Arbeiten umfassen den Bau temporärer Kammern und Büros, Renovierungsmaßnahmen am Victoria Tower sowie vorbereitende Restaurierungen am mittelalterlichen Cloister Court.

Der NAO-Bericht betont die Dringlichkeit der Sanierung, da das Gebäude mit erheblichen strukturellen Problemen kämpft. Dazu zählen veraltete mechanische und elektrische Anlagen, Brandrisiken sowie hohe Asbestbelastungen. Aktuell werden wöchentlich 1,5 Millionen Pfund allein für Wartungs- und Reparaturarbeiten ausgegeben, ohne die zugrunde liegenden Mängel zu beheben.

Die Entscheidung über die bevorzugte Sanierungsvariante fällt innerhalb der nächsten Jahre. Eine endgültige Wahl wird bis spätestens Mitte 2030 erwartet. Diese Entscheidung wird entscheidend sein für den zukünftigen Zustand des Parlamentsgebäudes und die Ausgestaltung der Sanierungsarbeiten.

Die Sanierung des Palace of Westminster stellt nicht nur ein technisches Bauprojekt dar, sondern auch eine politische Herausforderung. Kritiker mahnen angesichts der hohen Kosten und der langen Zeitspanne mehr Transparenz und Verantwortlichkeit beim Umgang mit öffentlichen Geldern an. Gleichzeitig trägt die anhaltende Verzögerung dazu bei, dass sich die Kosten weiter erhöhen könnten.

Der Verlauf und das Ergebnis dieses Sanierungsvorhabens werden maßgeblichen Einfluss auf die britische Politik und das öffentliche Vertrauen in große staatliche Bauprojekte haben. Die Anforderungen an die Heritage-Erhaltung und die Notwendigkeit moderner Sicherheitsstandards müssen dabei sorgfältig abgewogen werden.

Quellen

  • National Audit Office
  • House of Commons
  • House of Lords
  • Victoria Tower
  • Cloister Court