London – 10.07.2026: Jannik Sinner hat auf dem Centre Court mit beeindruckender Ruhe und Präzision Novak Djokovic 6:4, 6:4, 6:4 besiegt und das Endspiel von Wimbledon erreicht. Der Weltranglistenerste diktierte vom ersten Ballwechsel an das Tempo, gewann die Mehrzahl der längeren Grundlinienduelle und blieb bei eigenem Aufschlag nahezu unangreifbar. Wann immer sich eine Lücke bot, rückte Sinner entschlossen ans Netz und setzte den Punkt konsequent nach.
Djokovic, 39, fand nach seinem kraftraubenden Viertelfinale gegen Félix Auger-Aliassime nicht zu gewohnter Stabilität. Zwar wehrte er sich mit variabler Rückhand und gelegentlichem Serve-and-Volley, doch Sinners erster Aufschlag kam konstant und bereitete die folgenden Schläge verlässlich vor. In den wenigen heiklen Momenten behielt der Titelverteidiger kühlen Kopf: Die Quote beim ersten Aufschlag war hoch, Breakbälle ließ er selten zu. Nach dem letzten Punkt applaudierte das Publikum beiden Spielern, Djokovic bedankte sich sichtlich bewegt beim ausverkauften Haus.
Im zweiten Halbfinale setzte sich Alexander Zverev gegen den britischen Publikumsliebling Arthur Fery 7:6 (0), 6:2, 6:4 durch. Der Deutsche neutralisierte Ferys variable Winkel früh, zwang ihn in längere Ballwechsel und punktete mit flachen, präzisen Grundschlägen. Der Tiebreak des ersten Satzes markierte die Weichenstellung: Zverev servierte dominant, nahm Fery den Rhythmus und ließ danach kaum noch Unsicherheiten zu. Der 24-jährige Brite, als Wildcard ins Feld gerückt, hatte zuvor mit beherzten Auftritten überrascht, fand gegen Zverevs Druck jedoch zu selten Antworten.
Für Zverev ist es die erste Finalteilnahme an der Church Road. Der frischgebackene French-Open-Sieger wirkt in diesem Sommer physisch stabil und taktisch variabel; sein Aufschlag öffnet die Punkte, am Netz sucht er entschlossen den Abschluss. Sinner wiederum bestätigt seine Reife auf Rasen: kurze Ausholbewegungen, saubere Beinarbeit, wenige unerzwungene Fehler. Beide bringen Formstärke und klare Ambitionen in das Endspiel ein.
Das Herrenfinale Sinner gegen Zverev ist für Sonntag angesetzt. Es verspricht einen Kontrast zweier komplementärer Profile: Sinners Präzision, Returnqualität und geduldige Platzöffnung trifft auf Zverevs Aufschlagwucht, Rückhandlinie und verbesserte Übergänge ans Netz. Der Centre Court dürfte entsprechend taktisch geprägtes, druckvolles Tennis sehen. Für Wimbledon bedeutet die Paarung auch einen Generationenblick: der noch junge Titelverteidiger gegen einen etablierten Gegner auf der Suche nach seinem ersten Rasen-Major. Die Tagesbilanz unterstreicht: Konstanz und Nervenstärke entscheiden in diesem Jahr häufiger früh – Sinner und Zverev haben diese Zutaten geliefert.
Quellen
- Associated Press
- ATP Tour
- The Championships, Wimbledon
- El País
- Franceinfo