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Nachrichten.fr · 11.06.2026

SNCF-Streik: Besonders starke Beteiligung in Bordeaux

Der landesweite Streik bei der SNCF, zu dem die vier wichtigsten Gewerkschaften des französischen Bahnkonzerns aufgerufen hatten, wurde in der Region Bordeaux besonders stark befolgt. Wie in weiten Teilen von Nouvelle-Aquitaine beteiligten sich zahlreiche Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen, was zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr führte.

Am Bahnhof Bordeaux-Saint-Jean fielen zahlreiche TGV-, Intercités- und TER-Verbindungen aus oder verkehrten mit erheblichen Verspätungen. Die SNCF hatte Nouvelle-Aquitaine bereits im Vorfeld als eine der am stärksten betroffenen Regionen eingestuft. Landesweit konnten lediglich rund zwei Drittel der TGV-Züge sowie etwa die Hälfte der Intercités-Verbindungen planmäßig verkehren. Der Regionalverkehr war vielerorts noch stärker beeinträchtigt.

Nach Angaben der Gewerkschaften gehen die Forderungen weit über reine Lohnfragen hinaus. Kritisiert werden insbesondere die zunehmende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Umstrukturierungen im Zuge der Marktöffnung des Schienenverkehrs sowie Personalmangel in zahlreichen Berufsfeldern. Zudem verweisen die Arbeitnehmervertreter auf steigende Krankenstände und eine wachsende Belastung der Beschäftigten.

In Bordeaux fanden mehrere Kundgebungen von Eisenbahnern vor Bahnanlagen und im Umfeld des Bahnhofs Saint-Jean statt. Gewerkschaftsvertreter betonten dabei den geschlossenen Charakter der Proteste. Die gemeinsame Mobilisierung von CGT, UNSA, CFDT und SUD-Rail gilt als bemerkenswert, da ein derart einheitliches Vorgehen der vier Organisationen in den vergangenen Jahren eher selten war.

Für die Reisenden bedeutete der Streiktag zahlreiche Umstellungen. Viele Fahrgäste mussten ihre Reisen verschieben oder auf alternative Verkehrsmittel ausweichen. Besonders Mitfahrgelegenheiten und Fernbusse verzeichneten eine erhöhte Nachfrage. Die SNCF erklärte, dass von Zugausfällen betroffene Kunden ihre Tickets kostenlos umbuchen oder erstatten lassen können.

Die Gewerkschaften machen deutlich, dass die Proteste möglicherweise erst den Auftakt weiterer Aktionen darstellen. Sollten die Gespräche mit der Unternehmensführung keine Fortschritte bringen, könnten in den kommenden Wochen weitere Streiks folgen. Der Aktionstag vom 10. Juni wird daher in Bordeaux wie auch im übrigen Frankreich als deutliches Signal an die SNCF-Führung und die Regierung verstanden.

Autor: Daniel Ivers