Zurück

Jean-Paul Huber · 18.07.2026

Spendenaktion für Wiederaufbau des Waldes von Fontainebleau gestartet

Fontainebleau – 18.07.2026: Für den Wiederaufbau des durch Brände schwer beschädigten Waldes von Fontainebleau ist eine nationale Spendenaktion angelaufen. Die Fondation du patrimoine sammelt gemeinsam mit dem Office national des forêts, der Stadt Fontainebleau, dem Département Seine-et-Marne und der Region Île-de-France Geld für Sicherung, Renaturierung und spätere Wiederbewaldung der betroffenen Flächen.

Nach Angaben der Region Île-de-France wurden mehr als 2.000 Hektar des Waldmassivs zerstört. Das entspricht annähernd zehn Prozent des Gebietes. Die Brände hatten am 12. Juli begonnen. Die beiden Brandherde sind inzwischen unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht. Einsatzkräfte und Sicherheitsbehörden bleiben deshalb in den geschädigten und teils gesperrten Bereichen im Einsatz.

Das Spendenziel der Sonderaktion liegt zunächst bei zwei Millionen Euro. Die Mittel sollen nicht nur für neue Pflanzungen verwendet werden. Vorgesehen sind auch Sofortmaßnahmen zum Schutz geschädigter Bereiche, die Begleitung der natürlichen Verjüngung und Maßnahmen zur Rückkehr sowie zum Schutz der Biodiversität. Welche Flächen tatsächlich neu bepflanzt werden, soll in Abstimmung mit Fachleuten des Office national des forêts entschieden werden.

Die Projektpartner wollen bei der Wiederherstellung Baumarten und Waldstrukturen wählen, die besser mit Trockenheit, Feuergefahr und anderen Folgen des Klimawandels umgehen können. Damit wird der Wiederaufbau zu einer langfristigen Aufgabe. Nach Einschätzung der Region kann die Erholung eines solchen Ökosystems Jahre oder sogar Jahrzehnte beanspruchen, weil nicht allein Bäume, sondern auch Böden, Lebensräume und Schutzfunktionen betroffen sind.

Der Wald von Fontainebleau besitzt eine besondere ökologische und kulturelle Bedeutung. Er umfasst Schutzgebiete des Natura-2000-Netzes, eine UNESCO-Biosphärenreserve und biologische Reservate. Die Fondation du patrimoine verweist darauf, dass auch besonders artenreiche Bereiche vom Feuer betroffen sind. Mehrere Vogelarten sowie seltene Pflanzenbestände wurden den Angaben zufolge durch die Flammen gefährdet.

Präsident Emmanuel Macron hatte sich am 16. Juli in Fontainebleau über die Lage informiert und die gemeinsame Sammelstelle angekündigt. Nach Angaben der Gendarmerie waren rund 800 Feuerwehrleute und etwa 100 Gendarmen im Einsatz. Die Justiz untersucht weiter die Ursachen der Brände. Das Parquet von Fontainebleau beauftragte die Ermittlungsabteilung der Pariser Gendarmerie und die Brigade von Fontainebleau mit den Untersuchungen.

Die Spendenaktion richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen. Das Département Seine-et-Marne beteiligt sich nach eigener Mitteilung auch finanziell. Die Initiatoren betonen, dass die Wiederherstellung des Waldes nicht als kurzfristiges Aufforstungsprojekt verstanden wird. Ziel ist ein widerstandsfähigeres Waldgebiet, das seine Funktion als Naturraum, Erholungsgebiet und Lebensraum zahlreicher Arten dauerhaft zurückgewinnen kann.

Quellen

  • Fondation du patrimoine
  • Region Île-de-France
  • Gendarmerie nationale
  • Élysée
  • Département Seine-et-Marne