Paris – 08.06.2026: Seit seiner Einführung im Jahr 2019 hat sich der "Stop"-Dienst in Frankreich als zentrale Anlaufstelle für Menschen mit sexuellen Neigungen zu Kindern etabliert. Ziel des Service Téléphonique d’Orientation et de Prévention (STOP) ist es, diesen Personen eine vertrauliche und kostenlose Beratung anzubieten, um einen möglichen Übergriff zu verhindern.
Im Jahr 2025 verzeichnete die Hotline über 4.500 Anrufe, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von etwa 20 % bedeutet. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Akzeptanz und das Vertrauen in den Dienst. Anne-Laure Avice, Koordinatorin der Fédération française des Centres Ressources pour les Intervenants auprès des Auteurs de Violences Sexuelles (FFCRIAVS), betont: "Die steigende Zahl der Anrufe zeigt, dass der Dienst funktioniert und wir eine bessere Sichtbarkeit erreicht haben."
Der "Stop"-Dienst wird von den Centres Ressources pour les Intervenants auprès des Auteurs de Violences Sexuelles (CRIAVS) getragen und bietet eine telefonische Plattform, die Anrufer an den zuständigen regionalen Ansprechpartner weiterleitet. Dort erfolgt eine erste Einschätzung durch ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Psychologen, Psychiatern und anderen Fachkräften. Bei Bedarf wird eine therapeutische Behandlung empfohlen, die psychotherapeutische und/oder pharmakologische Maßnahmen umfassen kann.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt der Dienst eine wichtige Präventionsmaßnahme im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. Studien zeigen, dass zwischen 30 % und 70 % der sexuellen Gewaltakte gegen Minderjährige von Personen begangen werden, die eine sexuelle Neigung zu Kindern haben. Daher ist es entscheidend, diesen Personen frühzeitig Unterstützung anzubieten, um Übergriffe zu verhindern.
Im Januar 2026 startete die FFCRIAVS eine neue Kommunikationskampagne, um den "Stop"-Dienst noch bekannter zu machen. Unter dem Motto "Sie sind sexuell von Kindern angezogen? STOP! Rufen Sie uns an" wird auf die Vertraulichkeit und die kostenlose Beratung hingewiesen. Ingrid Bertsch, Psychologin und Vizepräsidentin der FFCRIAVS, erklärt: "Je mehr Kommunikation es gibt, desto mehr Anrufe erhalten wir."
Der "Stop"-Dienst ist unter der Nummer 0 806 23 10 63 erreichbar und richtet sich an Personen mit sexuellen Neigungen zu Kindern, deren Angehörige sowie Fachkräfte, die Informationen suchen. Die Anrufe werden vertraulich und kostenfrei behandelt, wobei die Anrufer an die zuständigen regionalen CRIAVS weitervermittelt werden.
Die kontinuierliche Erweiterung und Verbesserung des "Stop"-Dienstes ist ein wichtiger Schritt im Präventionsprozess gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. Durch die Bereitstellung von Unterstützung und Ressourcen für Menschen mit pädophilen Neigungen kann das Risiko von Übergriffen reduziert und das Wohl von Kindern geschützt werden.
Quellen
- FFCRIAVS
- CRIAVS
- Anne-Laure Avice
- Ingrid Bertsch