Teheran – 18.07.2026: Die Straße von Hormus ist nach einer weiteren Nacht mit amerikanischen Angriffen auf Ziele im Iran erneut für den regulären Handelsschiffsverkehr weitgehend blockiert. Iranische Stellen erklärten, die Passage bleibe bis auf Weiteres geschlossen. Mehrere Medien berichten zugleich von anhaltenden Militäroperationen der USA und einer stark verschärften Sicherheitslage im Persischen Golf.
Die jüngste Eskalation folgt auf sieben Nächte mit Angriffen der Vereinigten Staaten gegen militärische Ziele im Iran. Washington begründet die Einsätze nach bisherigen Angaben mit dem Schutz der internationalen Schifffahrt und mit der Eindämmung iranischer Angriffe auf Handelsschiffe. Teheran weist diese Darstellung zurück und macht die amerikanischen Operationen für die erneute Unsicherheit auf der wichtigsten Seeroute der Region verantwortlich.
Unabhängig überprüfbare Angaben zum genauen Ausmaß der Sperrung, zur Zahl passierender Schiffe und zu möglichen Schäden lagen am Samstagmittag nicht vollständig vor. Berichte über angehaltene Tanker und Frachtschiffe deuten jedoch darauf hin, dass Reedereien die Passage meiden, Fahrten verschieben oder Schiffe in sicheren Positionen abwarten lassen. Für die Besatzungen steigt damit das Risiko erheblich.
Die Meerenge zwischen Iran und Oman verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean. Sie ist für die Ausfuhr von Rohöl, Flüssiggas und weiteren Waren aus den Golfstaaten von zentraler Bedeutung. Eine längere Unterbrechung könnte Lieferketten belasten und die Preise auf den internationalen Energiemärkten zusätzlich unter Druck setzen.
Die Spannungen hatten sich bereits in den vergangenen Tagen verschärft. Nach Angaben aus Washington wurden iranische militärische Einrichtungen angegriffen, die nach amerikanischer Darstellung zur Bedrohung der Handelsschifffahrt eingesetzt werden könnten. Iran meldete seinerseits Angriffe auf Schiffe und Ziele in der Region. Die wechselseitigen Darstellungen lassen sich in mehreren Punkten nicht unabhängig bestätigen.
Die erneute Blockade gefährdet auch diplomatische Bemühungen zur Stabilisierung der Lage. Erst im Juni hatten die USA und Iran ein Protokoll für weitere Gespräche unterzeichnet. Die nun fortgesetzten Angriffe und die Einschränkung des Seeverkehrs zeigen, dass daraus bislang keine dauerhafte Entspannung entstanden ist. Internationale Organisationen und Anrainerstaaten beobachten die Entwicklung mit hoher Aufmerksamkeit.
Für europäische Staaten, darunter Frankreich, ist die Krise vor allem wegen ihrer möglichen Folgen für Energiepreise, Handel und die Sicherheit eigener Staatsangehöriger in der Region relevant. Entscheidend wird sein, ob eine sichere Durchfahrt für zivile Schiffe kurzfristig wiederhergestellt werden kann. Bis dahin bleibt die Lage in der Straße von Hormus unübersichtlich und militärisch hochgefährlich.
Quellen
- Franceinfo
- Euronews
- Europe 1
- Le Monde