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NEWSDESK · 12.07.2026

Südkorea löst erstmals höchste Hitzewarnstufe aus

Seoul – 12.07.2026: Südkorea hat erstmals die höchste nationale Warnstufe für extreme Hitze ausgelöst. Die neue Stufe wurde in diesem Sommer eingeführt und ist wegen einer außergewöhnlich starken Hitzewelle im Südosten des Landes in Kraft getreten. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, Aufenthalte im Freien auf das Notwendigste zu beschränken und die Belastung durch hohe Temperaturen ernst zu nehmen.

Die oberste Warnstufe greift nach Angaben der koreanischen Wetterverwaltung, wenn die gefühlte Höchsttemperatur 38 Grad Celsius erreicht oder die tatsächliche Tageshöchsttemperatur bei mindestens 39 Grad liegt. Anders als bei den bisherigen Hitzewarnungen kann sie bereits bei einer Prognose für einen einzelnen Tag ausgesprochen werden. Voraussetzung ist, dass ein besonders hohes Gesundheitsrisiko erwartet wird.

Mit der Reform des Warnsystems reagierte die Korea Meteorological Administration auf häufiger auftretende und länger anhaltende Hitzewellen. Bislang bestand die amtliche Skala aus einer Vorwarnung und einer Warnung. Seit dem 1. Juni 2026 gibt es zusätzlich die höchste Kategorie. Parallel wurden die Warngebiete stärker regional unterteilt, damit örtliche Unterschiede bei Hitzegefahren genauer abgebildet werden können.

Das Innenministerium hatte die nationale Krisenstufe für Hitze bereits am 10. Juli 2026 angehoben. Zu diesem Zeitpunkt galten in 116 von 235 Warnbezirken des Landes amtliche Hitzewarnungen. Behörden und Kommunen wurden aufgefordert, Schutzmaßnahmen für ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke sowie Beschäftigte im Freien zu verstärken. Besonders im Bauwesen, in der Logistik und in der Landwirtschaft besteht ein erhöhtes Risiko für hitzebedingte Erkrankungen.

Für Tätigkeiten unter freiem Himmel sieht der staatliche Hitzeschutzplan abgestufte Maßnahmen vor. Bei extremer Hitzebelastung sollen nicht zwingend erforderliche Arbeiten im Freien unterbrochen werden. Arbeitgeber sollen Arbeitszeiten anpassen, Trinkwasser und Pausen ermöglichen sowie frühzeitig auf gesundheitliche Beschwerden reagieren. Kommunen sollen zudem klimatisierte Schutzräume und soziale Hilfen für besonders gefährdete Einwohner zugänglich halten.

Die neue Warnung ist Teil einer umfassenderen Anpassung an Wetterextreme. Nach Angaben der Wetterverwaltung haben sich die durchschnittliche Zahl heißer Tage und tropischer Nächte in Südkorea gegenüber den 1970er Jahren deutlich erhöht. Die Behörde verweist dabei auf die zunehmende Bedrohung für Gesundheit, Infrastruktur und Arbeitsalltag. Die aktuelle Auslösung der höchsten Stufe zeigt, dass das neue System nun erstmals praktisch angewendet wird.

Die Behörden mahnen zu ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, regelmäßigen Pausen in kühleren Räumen und besonderer Aufmerksamkeit für alleinlebende oder pflegebedürftige Menschen. Bei Schwindel, Übelkeit oder Erschöpfung soll rasch medizinische Hilfe organisiert werden. Für die betroffenen Regionen im Südosten bleibt entscheidend, wie lange die außergewöhnliche Hitze anhält und ob sich die Belastung auch nachts nur unzureichend abschwächt.

Quellen

  • Korea Meteorological Administration
  • Südkoreanisches Innenministerium
  • Franceinfo
  • Agence France-Presse