London – 01.07.2026: Der zweite Wimbledon-Tag brachte frühe Dramatik und eine dicke Überraschung. Titelverteidigerin Iga Swiatek überstand ihre Auftakthürde gegen Taylor Townsend nach einem schwankenden Matchverlauf mit 6:1, 2:6, 6:3. Die Polin dominierte zunächst mit klarem Rhythmus, verlor im zweiten Satz den Faden und musste im Entscheidungssatz trotz neun Doppelfehlern über ihren Aufschlag die Kontrolle zurückerobern. In den Schlussspielen bewahrte sie kühlen Kopf und hielt die entscheidenden Ballwechsel knapp, aber konsequent auf ihrer Seite. Für die Titelverteidigung ist es ein bestandener Frühtest, wenngleich ohne Glanz.
Bei den Männern erwischte es einen Mitfavoriten: Ben Shelton, an Nummer vier gesetzt und im Vorjahr Viertelfinalist, unterlag dem finnischen Qualifikanten Otto Virtanen in fünf Sätzen mit 6:4, 3:6, 6:7 (8), 6:2, 7:6 (9). Shelton fand gegen Virtanens druckvolle Rückhand und solide Aufschlagphasen keine konstante Lösung. Im Tiebreak des fünften Satzes vergab er Chancen auf die Vorentscheidung, während Virtanen die wenigen offenen Fenster kompromisslos nutzte. Das Ausscheiden des US-Profis öffnet in seiner Sektion des Tableaus früh unerwartete Möglichkeiten für die Konkurrenz.
Aus französischer Sicht war Arthur Fils der Lichtblick. Nach verletzungsbedingter Pause meldete sich der 20-Jährige mit einem glatten 7:5, 6:1, 6:3 gegen Raphaël Collignon zurück. Fils variierte Tempo und Höhe geschickt, suchte früh den Punktabschluss und blieb in engen Momenten stabil. Der Auftritt deutet darauf hin, dass seine Beweglichkeit auf Rasen wieder stimmt und er sich für die nächste Runde Spielraum nach oben bewahrt hat.
Weniger erfreulich verlief der Tag für Ugo Humbert. Der Davis-Cup-Spieler unterlag dem Belgier Zizou Bergs in fünf Sätzen (6:2, 7:5, 4:6, 3:6, 6:3). Nach starkem Beginn verlor Humbert die Länge in den Grundschlägen, musste vermehrt über zweite Aufschläge gehen und ließ im vierten Satz mehrere Breakchancen liegen. Bergs drehte das Momentum mit geduldigen Rallyes und entschied den Schlusssatz über späte Breaks für sich.
Der Turnierauftakt zeichnet damit ein gemischtes Bild: Swiatek ist trotz Wacklern auf Kurs, bei den Männern sorgt Virtanen für die erste große Verschiebung im Tableau, und Fils liefert den erhofften Impuls für das französische Lager. In den kommenden Tagen dürfte der Zeitplan auf dem Centre Court enger werden, zumal witterungsbedingte Verzögerungen auf Rasen jederzeit möglich sind – ein Faktor, der bereits am zweiten Tag sichtbar war und die Erholungsfenster zwischen den Matches verkürzen kann.
Quellen
- AP News
- The Guardian
- L'Equipe
- Wimbledon official site
- CBS Sports