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NEWSDESK · 19.07.2026

Tara Polar Station startet zu 18-monatiger Arktis-Mission

Lorient – 19.07.2026: Die Tara Polar Station ist am Sonntag von ihrem Heimathafen Lorient zur ersten Expedition des Programms Tara Polaris aufgebrochen. Die französische Forschungsplattform soll 18 Monate im Zentralarktischen Ozean arbeiten. Ihr Einsatz beginnt eine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Missionen, mit denen die Stiftung Tara Océan die Veränderungen in der Arktis bis 2046 langfristig dokumentieren will.

Die Station ist dafür ausgelegt, sich über weite Strecken im Packeis einschließen zu lassen und mit dessen Drift zu bewegen. Nach Angaben der Stiftung soll sie während einer Mission rund 90 Prozent der Zeit vom Eis umgeben sein. Die Forschung findet damit auch in Monaten nahezu vollständiger Dunkelheit statt, wenn Messungen in dieser entlegenen Region besonders selten sind.

Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Meereis und dem darunterliegenden Ozean. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen unter anderem Veränderungen der Eisdecke, der Temperatur, chemischer Prozesse und der biologischen Vielfalt erfassen. Untersucht werden auch Mikroorganismen sowie die Frage, wie sich arktische Arten an starke saisonale Unterschiede bei Licht, Kälte und Eisbedingungen anpassen.

Die Tara Polar Station ist kein klassisches Forschungsschiff, sondern ein eigens für die Drift im Eis konzipiertes schwimmendes Labor. Sie wurde in Cherbourg gebaut und im April 2025 fertiggestellt. Im Sommer kann die Plattform bis zu 18 Menschen aufnehmen. Für die Energieversorgung sind Windanlagen, Solarmodule, Batteriesysteme und biobasierte Treibstoffe vorgesehen.

Die Arktis erwärmt sich deutlich schneller als viele andere Weltregionen. Gerade der Zentralarktische Ozean bleibt jedoch wegen seiner Abgeschiedenheit und der extremen Winterbedingungen nur lückenhaft beobachtet. Satellitendaten allein reichen dort nicht aus, um Prozesse im Eis, in der Atmosphäre und im Wasser über den gesamten Jahresverlauf ausreichend präzise zu verfolgen.

An Tara Polaris I sind internationale Einrichtungen beteiligt, darunter das CNRS, das französische Polarinstitut, das Alfred-Wegener-Institut sowie Forschungsgruppen aus Kanada, den USA, der Schweiz und Dänemark. Die Daten sollen helfen, Klimamodelle zu verbessern und die Auswirkungen der Veränderungen in der Arktis auf Ozeane, Wetter und Ökosysteme besser einzuordnen.

Mit der Abfahrt aus Lorient beginnt für die Plattform zunächst die Reise in das Einsatzgebiet im hohen Norden. Die eigentliche Driftforschung setzt ein, sobald sich die Station im geeigneten Meereis befindet. Die Stiftung Tara Océan bezeichnet die Mission als langfristiges Beobachtungsprogramm, das wissenschaftliche Vergleichsdaten über mehrere Jahrzehnte liefern soll.

Quellen

  • Fondation Tara Océan
  • Maison de la Mer Lorient