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Daniel Ivers · 21.07.2026

Touloner Staatsanwaltschaft sucht weitere mögliche Opfer im Fall zweier vermisster Soldaten

Toulon – 21.07.2026: Zwei verschwundene junge Soldaten, zwei Fundorte und Knochenreste, deren Identitaet noch nicht feststeht: Die Staatsanwaltschaft Toulon hat in einem außergewöhnlich schweren Ermittlungsverfahren einen neuen Zeugenaufruf gestartet. Gesucht werden Hinweise auf weitere Menschen von pazifischen Inseln, die im Departement Var verschwunden sein könnten oder dort unter ungewöhnlichen Umstaenden den Kontakt zu Angehoerigen verloren haben.

Im Mittelpunkt stehen zwei Maenner, die zuletzt 2022 beziehungsweise 2023 Lebenszeichen gegeben haben sollen. Einer von ihnen stammte aus Noumea in Neukaledonien und absolvierte nach den bislang bekannten Angaben seine Ausbildung bei der Marine in Saint-Mandrier-sur-Mer. Der andere, geboren in Papeete in Französisch-Polynesien, war bei der Fremdenlegion verpflichtet. Seine Familie soll ebenfalls seit Mai 2023 nichts mehr von ihm gehoert haben.

Ende Mai wurden auf zwei verschiedenen Gelaenden im Nachbardepartement Bouches-du-Rhone menschliche Knochen entdeckt. Ob sie einem der beiden Vermissten zuzuordnen sind, ist offen. Die staatsanwaltschaftlich veranlassten Untersuchungen laufen weiter; mit Ergebnissen der Analysen wird nach Angaben aus dem Verfahren noch vor Ende Juli gerechnet. Bis zu einer gesicherten forensischen Identifizierung bleiben Schlussfolgerungen über die Identitaet der Toten unzulaessig.

Die Ermittlungen hatten bereits Ende Mai zu einem Zugriff gegen Mitglieder einer im Var lebenden Familie gefuehrt. Gegen mehrere Beschuldigte wird gerichtlich ermittelt. Der Vorwurf umfasst unter anderem Menschenhandel in organisierter Form und Freiheitsberaubung; gegen drei Familienmitglieder besteht zudem der Verdacht zweier Toetungsdelikte. Fuenf Beschuldigte befinden sich in Untersuchungshaft, eine weitere Beschuldigte steht unter gerichtlicher Aufsicht. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Nach Angaben der Ermittler sollen zwischen 2011 und 2023 weitere junge Soldaten aus den französischen Ueberseegebieten bei der Familie untergekommen sein. Sieben von ihnen berichteten demnach, ihnen seien nach und nach Ausweispapiere und Zahlungsmittel abgenommen worden; zudem machen sie Angaben zu Gewalt und Festhalten. Diese Schilderungen sind Gegenstand des laufenden Ermittlungsverfahrens und bislang nicht abschliessend gerichtlich bewertet.

Der neue Aufruf zeigt, dass die Justiz den Fall nicht auf die beiden bekannten Vermissten begrenzt. Gerade Menschen, die weit entfernt von ihren Familien erstmals in der Metropole leben oder ihren Dienst antreten, können besonders auf verlaessliche Kontakte angewiesen sein. Die Staatsanwaltschaft bittet deshalb Personen mit konkreten Beobachtungen oder Informationen, sich an die ermittelnden Stellen zu wenden.

Die Untersuchung wird unter Leitung eines Untersuchungsrichters fortgesetzt. Für die Familien der Vermissten bleibt vor allem eine Frage offen: Ob die Knochenfunde Gewissheit bringen. Die Antwort darauf soll nun die forensische Arbeit liefern – sachlich, belastbar und ohne den Betroffenen vorzeitig jede Hoffnung zu nehmen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Staatsanwaltschaft Toulon laut Actu17