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Patrick Duval · 19.07.2026

Tour de France: Solaison wird zur schweren Bergprüfung für Pogacar und die Verfolger

Champagnole – 19.07.2026: Die 15. Etappe der Tour de France startet am Sonntag um 13.20 Uhr in Champagnole und führt über 183,9 Kilometer zum Plateau de Solaison in Hochsavoyen. Noch ist kein Meter dieser Bergprüfung gefahren, doch das Profil setzt einen klaren Akzent: Nach den Vogesen wartet vor dem Ruhetag ein rauer Übergang in die Alpen – und eine Zielankunft, die erstmals zum Tour-Programm gehört.

Die Strecke beginnt im Jura vergleichsweise kontrolliert, ehe der Rhythmus im Verlauf des Nachmittags schärfer wird. Die Côte des Rousses bringt die erste klassifizierte Steigung, später folgen Le Salève mit dem Col de la Croisette sowie die Côte du Mont. Diese Abfolge ist taktisch wertvoll, weil sie Helfer früh bindet und Mannschaften zwingt, ihre Kräfte vor dem Finale präzise einzuteilen.

Der Col de la Croisette ist dabei mehr als nur ein Zwischenstück. Seine 4,6 Kilometer bei durchschnittlich 11,2 Prozent lassen kaum Raum für einen ruhigen Tritt und liegen rund 25 Kilometer vor dem Fuß des Schlussanstiegs. Wer dort isoliert wird, kann die Lücke auf den folgenden Kilometern kaum kaschieren. Ausreißer müssen entscheiden, ob sie früh investieren oder auf das große Finale hoffen.

Dann beginnt die eigentliche Rechnung des Tages: Das Plateau de Solaison misst 11,3 Kilometer bei durchschnittlich neun Prozent und ist als Anstieg der höchsten Kategorie eingestuft. Vor allem die ersten vier Kilometer, die dauerhaft im zweistelligen Prozentbereich liegen, sind prädestiniert für harte Beschleunigungen. Es ist kein Berg für abwartende Manöver; hier werden Tempo, Mannschaftsstärke und die Fähigkeit zur Wiederholung von Angriffen sichtbar.

Tadej Pogacar gehört auf einem solchen Schlussstück selbstverständlich zum engsten Favoritenkreis. Sein Maßstab wird jedoch nicht allein ein möglicher Etappensieg sein, sondern die Reaktion der Rivalen auf jede Tempoverschärfung. Wer um die Gesamtwertung fährt, darf sich am Solaison keine längere Schwächephase erlauben. Schon ein kurzer Moment ohne Hinterrad kann auf dieser Steigung in einen beträchtlichen Zeitverlust münden.

Für die Klassementfahrer ist die Etappe deshalb ein Test der Hierarchie, nicht bloß ein weiterer Bergtag. Die Fahrer mit Ambitionen auf die Gesamtwertung müssen ihre Helfer bis zum Fuß des Schlussanstiegs schützen, ohne eine starke Fluchtgruppe zu weit ziehen zu lassen. Gleichzeitig bietet der schwere Anlauf mutigen Außenseitern die Chance, den Favoritenblock vorzeitig auseinanderzuziehen und das Finale unübersichtlich zu machen.

Die Zielankunft auf dem Plateau de Solaison beendet die zweite Tourwoche mit einem Profil, das keine Ausrede zulässt. Erst am Montag, 20. Juli 2026, folgt der Ruhetag, bevor die Rundfahrt am Dienstag weitergeht. Die Etappe von Champagnole wird daher nicht die Tour entscheiden, kann aber die Kräfteverhältnisse vor der letzten Woche deutlich verschieben.

Quellen

  • Tour de France / ASO
  • L'Équipe