Teheran – 05.07.2026: In Teheran haben sich am Sonntag Zehntausende im Imam-Khomeini-Mosalla versammelt, um dem getöteten früheren Obersten Führer Ali Khamenei die letzte Ehre zu erweisen. Staatsmedien zeigten dichtes Gedränge, schwarze Fahnen und Koranrezitationen; Sicherheitskräfte sperrten weite Bereiche um den Komplex. Behörden sprachen von einem landesweiten Trauertag und riefen die Bevölkerung auf, an den offiziellen Zeremonien teilzunehmen. Zahlreiche ausländische Delegationen wurden erwartet oder reisten bereits an.
Die Feiern folgen auf die Bestätigung von Khameneis Tod infolge von Verletzungen, die er bei Angriffen Ende Februar erlitten hatte. Für Sonntag und Montag wurden landesweit arbeitsfreie Tage ausgerufen, um den Zustrom nach Teheran zu ermöglichen. Nach der zentralen Zeremonie sollen weitere Trauerzüge und Gebete in mehreren Provinzstädten stattfinden; Stationen in Nachbarländern, darunter im Irak, sind nach Angaben iranischer Stellen in Vorbereitung. Konkrete Routen und Zeitpläne wurden zunächst nur in Umrissen genannt und bleiben abhängig von Sicherheitslagen entlang der vorgesehenen Strecken.
Auffällig war die Abwesenheit von Mojtaba Khamenei, dem Sohn des Verstorbenen, der Anfang März als designierter Nachfolger benannt worden war. Während andere Familienmitglieder und Vertreter staatlicher Institutionen sichtbar präsent waren, blieb Mojtaba den zentralen Programmpunkten fern. Offizielle Gründe wurden nicht genannt. Beobachter werten die Zurückhaltung als Versuch, den staatlichen Charakter der Trauerfeiern zu betonen und politische Akzente zu vermeiden; unabhängig bestätigen ließ sich diese Deutung zunächst nicht.
Die Regierung stellte die Ereignisse als Zeichen nationaler Geschlossenheit dar. Vertreter der Revolutionsgarden und des Parlaments traten öffentlich auf; Geistliche hielten Ansprachen, in denen sie Khameneis Rolle in Staat und Gesellschaft würdigten. Internationale Reaktionen reichten von Beileidsbekundungen bis zu nüchternen Stellungnahmen. Diplomatische Missionen in Teheran passten ihre Aktivitäten an, einige Botschaften warnten ihre Staatsangehörigen vor größeren Menschenansammlungen und möglichen Verkehrseinschränkungen.
Für die kommenden Tage rechnen die Behörden mit weiterem Andrang. Zufahrtsstraßen in der Hauptstadt bleiben teilweise gesperrt, Metrostationen können temporär geschlossen werden. Informationen zu Uhrzeiten und Sicherheitsauflagen veröffentlicht das Innenministerium über staatliche Kanäle. Aus den Provinzen wurden zusätzliche Busse und Züge nach Teheran gemeldet, zugleich kündigten mehrere Gouverneure eigene regionale Gedenkfeiern an.
Unklar blieb zunächst, wann die eigentliche Beisetzung erfolgt. Aus Kreisen der Organisatoren hieß es, die Planung orientiere sich an religiösen Vorschriften und logistischen Erfordernissen. Bis dahin sollen die Aufbahrungen und Gebete fortgesetzt werden. Die Behörden baten die Teilnehmer, den Anweisungen von Polizei und Ordnungskräften zu folgen und mit längeren Wartezeiten zu rechnen.
Quellen
- Associated Press
- Al Jazeera
- Euronews
- Le Parisien
- Reuters
- franceinfo