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NEWSDESK · 14.07.2026

Trump kündigt 20-Prozent-Abgabe für Fracht im Persischen Golf an

Dubai – 14.07.2026: US-Praesident Donald Trump hat eine Abgabe von 20 Prozent auf alle Frachten angekuendigt, die durch die Strasse von Hormus transportiert werden. Nach seiner Darstellung sollen die Einnahmen die Kosten für Schutz- und Sicherungsaufgaben der USA in dem Seegebiet decken. Zugleich sprach Trump von einer erneuten Blockade iranischer Haefen. Konkrete Regeln für Beginn, Erhebung und Kontrolle der Zahlung nannte er nicht.

Die angekuendigte Abgabe waere keine klassische Hafengebuehr, sondern wuerde sich nach dem Wert der jeweiligen Ladung richten. Damit koennten die Kosten für Oel, Fluessiggas, Rohstoffe und andere Handelswaren erheblich steigen. Unklar ist insbesondere, welche Behörde Rechnungen ausstellen, wie Warenwerte geprueft und welche Schiffe von der Regel erfasst werden sollen.

Die Strasse von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine zentrale Route für Energieexporte aus der Golfregion. Stoerungen auf dieser Wasserstrasse wirken sich deshalb rasch auf Versicherungen, Frachtraten und Rohstoffpreise aus. Nach neuen Angriffen auf Handelsschiffe hatte sich die Sicherheitslage erneut verschaerft. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation verurteilte die Angriffe auf zivile Schiffe und forderte eine Deeskalation.

Die Ankündigung trifft auf eine Lage, in der der Schiffsverkehr bereits stark eingeschraenkt ist. Reeder und Versicherer müssen neben möglichen Gebuehren auch Umwege, hoehere Risikopraemien und bewaffneten Schutz einkalkulieren. Eine Abgabe in Hoehe von 20 Prozent des Ladungswerts koennte die Wirtschaftlichkeit einzelner Transporte grundsaetzlich veraendern und Lieferketten für Energie und Industriegueter weiter belasten.

Rechtlich ist der Plan umstritten. Die Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen erklaerte, sie lehne Gebuehren für die Durchfahrt durch maritime Wasserstrassen grundsaetzlich ab und wolle weitere Einzelheiten abwarten. Die Organisation verwies damit auf die Bedeutung freier und sicherer Passage für die internationale Handelsschifffahrt. Auch aus Trumps Ankündigung geht bislang nicht hervor, auf welche internationale oder nationale Rechtsgrundlage Washington die Forderung stuetzen will.

Die wirtschaftliche Wirkung haengt deshalb vor allem davon ab, ob die USA die Maßnahme tatsaechlich durchsetzen koennen und wie Reedereien, Golfstaaten und grosse Importlaender reagieren. Bereits am frühen Dienstag stieg der Preis für Brent-Rohoel nach Angaben von Nachrichtenagenturen auf mehr als 84 US-Dollar je Barrel. Der Wert blieb zwar unter dem Hoechststand während der bisherigen Kriegsspitze, zeigt aber die anhaltende Nervositaet an den Energiemaerkten.

Für Unternehmen und Verbraucher ausserhalb der Region ist die Ankündigung vor allem ein neues Kostenrisiko. Steigende Energiepreise schlagen über Treibstoffe, Transport und Produktion auf viele Waren durch. Ob die angekuendigte Abgabe nur eine politische Drohung bleibt oder zu einem verbindlichen Verfahren wird, duerfte entscheidend für die weitere Entwicklung des Handels durch die Strasse von Hormus sein.

Quellen

  • Associated Press
  • Internationale Seeschifffahrts-Organisation
  • Reuters
  • Le Monde